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Tote Babys in Tiefkühltruhe: Ergebnisse am Dienstag

Als sich ein 18-jähriger am vergangenen Samstag aus der elterlichen Kühltruhe eine Pizza holen wollte, entdeckte er die Leichen dreier Neugeborener. Gegen seine Mutter ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts auf Totschlag.

Die Ermittler gaben am Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt, dass einer der kleinen Körper in eine Ausgabe der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ von Dezember 1988 eingewickelt war und sich in einer Plastiktüte am Boden des Gefrierschranks befand. Wie die Polizei inzwischen ermittelt hat, sind die Leichen offenbar nur durch Zufall von dem Sohn gefunden worden. Die Eltern des 18-jährigen waren zu einem Kurzurlaub im Schwarzwald, als sich dieser am Samstag zwischen 16 und 17 Uhr eine Pizza aus der Truhe holen wollte. Als er dabei feststellte, dass die Haltbarkeitsdaten vieler der eingefrorenen Lebensmittel abgelaufen waren, machte er sich daran, die Truhe auszuräumen – und stieß dabei auf die in Plastiktüten eingeschlagenen Babyleichen.

Der 18-jährige Sohn und seine 24-jährige Schwester warteten die Rückkehr ihrer Eltern am Sonntag ab. Die beiden konfrontierten ihre 44-jährige Mutter und den 47-jährigen Vater in dem Haus im Ortsteil Möllmicke mit dem schrecklichen Fund. Die Tochter fuhr am Sonntagabend mit ihren Eltern zur Polizei in die benachbarte Kreisstadt Olpe. Als eine Funkstreife zu dem Haus der Familie gelangt, bietet sich den Beamten ein schrecklicher Anblick – sie finden drei Tüten mit Babyleichen, eine davon ist geöffnet – aus ihr ragt ein Kopf und der Arm eines toten Babys heraus.

Auf der Polizeiwache in Olpe habe die Frau unter Schock eingeräumt, dass es sich um ihre Kinder handele und sie die kleinen Körper selbst in die Tiefkühltruhe gelegt habe. Ein Beamter berichtete, dass sie dabei stark geschluchzt und gezittert habe. Die 44-jährige Frau wurde sofort festgenommen und kam in psychiatrische Behandlung.

Seit 1984 leben der Elektriker und seine Frau in dem eigenen Fachwerkhaus. Sie haben drei Kinder – zwei Söhne (18 und 22) und eine Tochter (24) – die am studieren ist. Die Familie wurde von den Nachbarn als unauffällig und freundlich beschrieben. Aus der Kreisverwaltung Olpe hieß es, dass die Familie nie aufgefallen sei, es gebe keine Akte.

Angeblich habe der Ehemann von den drei Schwangerschaften nichts bemerkt. Der Leiter der Mordkommission Hagen, Herbert Fingerhut sagte: „Das hört sich unglaubwürdig an, aber es gibt dazu durchaus Beispiele aus der Kriminalgeschichte.“

Mit Erkenntnissen zur Todesursache rechnet die Polizei frühestens am Dienstag, denn dann könne die Obduktion der zurzeit noch tiefgebrorenen Leichen erst erfolgen, so Fingerhut. Ein Tötungsdelikt sei daher nicht auszuschließen, aber auch nicht sicher. Es wurde Haftbefehl wegen Totschlags gegen die Mutter beantragt. Aus Ermittlerkreisen heißt es, es sei nur eine kurze Befragung möglich gewesen, da die 44-jährige noch nicht länger vernommen werden konnte. Allerdings sei die Tat aber „im Grunde aufgeklärt“. Vermutlich seien die Säuglinge lebend zur Welt gekommen.

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