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15 Spiele ohne Niederlage: Hoffenheim neuer Bayern-Konkurrent?

15 Spiele ohne Niederlage: Hoffenheim neuer Bayern-Konkurrent? Bild: Noch bleiben die Giftpfeile aus dem Süden den Sinsheimern erspart. Hinter verschlossener Tür arbeiten die Bayern aber bereits an der Schwächung der neuen süddeutschen Fußball-Konkurrenz. Bildquelle: charnsitr – 449803975 / Shutterstock.com

Der FC Bayern München steht zum Ende der Hinrunde wie gewohnt auf Tabellenplatz eins. Doch anders als die Jahre zuvor scheint der Abstand zur Konkurrenz geschrumpft. Aber während ganz Fußball-Deutschland über die Überraschungsmannschaft aus Leipzig spricht, nähert sich mit der TSG Hoffenheim eine Mannschaft den Champions-League-Plätzen, die vor der Saison niemand dort oben erwartet hätte. Dies bleibt auch der Konkurrenz aus München nicht verborgen.

Bis zum 20. Januar des neuen Jahres werden sich die Fußballfans in Deutschland vorerst damit abfinden müssen, dass der Ball in der Bundesliga ruht. Auch die deutschen Profivereine genehmigen sich eine Pause. Ein besonders fröhliches Weihnachtsfest dürfte es in mittlerweile traditioneller Manier in München geben, wie die Bilder der Münchener Weihnachtsfeier bereits belegen. Denn dort freute man sich jüngst über die Verteidigung des ersten Platzes im Spiel gegen RB Leipzig, ein Prestigeduell, das die Münchener überdeutlich mit 3:0 für sich entschieden.

Alles also wie immer, könnte man denken. Doch ganz so souverän, wie es die letzten Jahre unter Pep Guardiola gewesen ist, konnte sich der deutsche Rekordmeister bisher nicht präsentieren – dies gilt für die Bundesliga ebenso wie für die Champions League. Dort müssen die Münchener im nächsten Jahr bereits im Achtelfinale gegen Arsenal London antreten – ein Gegner, den die Bayern gewiss nicht unterschätzen dürfen, auch wenn die vergangenen Aufeinandertreffen häufig mit einem erfolgreichen Ergebnis für die Bayern endeten.

JahrBayern MünchenArsenal London
2016/20165
1
2015/201602
2013/201411
2013/201420

Tabelle: Arsenal London konnte sich in der Champions League in den letzten Jahren nur selten gegen die Münchener durchsetzen.

Da die Bayern derzeit allerdings auch nur drei Punkte Vorsprung in der Bundesliga auf RB Leipzig haben, müssen sich Verantwortliche und Spieler auch national ins Zeug legen. Denn weiterhin betont Karl-Heinz Rummenigge, dass die Deutsche Meisterschaft für die Münchener der wichtigste Wettbewerb ist und bleiben wird. Allerdings sind es in diesem Jahr nicht die Dortmunder, die den Bayern auf den Fersen sind.

Denn während sich der BVB mit mittlerweile 12 Punkten Rückstand auf die Bayern derzeit auf Tabellenplatz sechs befindet, stehen mit RB Leipzig (36 Punkte), Hertha BSC (30 Punkte), Eintracht Frankfurt (29 Punkte) und der TSG Hoffenheim (28 Punkte) Mannschaften im oberen Tabellendrittel, die vor der Saison nur wenige Experten auf dem Zettel hatten. Besonders in Hoffenheim ist man von der Arbeit des neuen Chef-Coaches, Julian Nagelsmann, besonders angetan.

Jungtrainer mit beeindruckender Statistik

In einer Statistik darf sich die TSG Hoffenheim 1899 bereits als Ligaprimus betrachten: Denn nach nunmehr 16 Spieltagen ist das Team aus Sinsheim die einzig noch ungeschlagene Mannschaft aus dem deutschen Fußball-Oberhaus. Das schafften bisher nur sehr wenige Mannschaften der Bundesliga-Historie. Für den jüngsten Trainer der Bundesliga-Geschichte ist dies ein gewiss nicht zu verachtender Erfolg.

Da wundert es auch nicht, dass sich bereits die Bayern – noch vor dem Amtsantritt des mittlerweile 29-Jährigen – erkundigten, ob dieser sich nicht ein Engagement bei den Bayern vorstellen könnte, freilich aber natürlich noch nicht für den Chefposten. Doch Nagelsmann blieb der TSG treu – nicht zu Unrecht, wie sich nun zeigt.

Wer die Bayern allerdings kennt, der weiß, dass die Bayern nicht vorschnell aufgeben und sportliche Konkurrenz gerne einmal mit unnachgiebiger Finanzstärke ausgeschaltet wird, auch wenn dies bei Nagelsmann nicht klappte. Dies zeigt sich nun einmal mehr: Jüngst kamen die Gerüchte auf, dass mit Niklas Süle und Sebastian Rudy gleich zwei Leistungsträger aus Sinsheim voraussichtlich zur kommenden Saison zum FC Bayern wechseln werden.

Spielerprofile

Niklas Süle – Geburtstag: 03.09.1995 (21)
Nationalität: deutsch
Vertragslaufzeit: 30.06.2019
Position: Innenverteidiger

Sebastian Rudy – Geburtstag: 28.02.1990 (26)
Nationalität: deutsch
Vertrag: 30.06.2017
Position: Defensives Mittelfeld

„Das hat bis zuletzt den Ablauf nicht gestört und wird ihn auch in Zukunft nicht stören“, wird Nagelsmann zu den Gerüchten, die zumindest bei Sebastian Rudy mittlerweile bestätigt wurden, zitiert und weiter: „Dass andere Vereine ihr Interesse hinterlegen oder streuen, ist ja nicht das erste Mal.“ Die Fußball News der Winterpause dürften also mit Spannung zu verfolgen sein, auch wenn die Bayern nicht dafür bekannt sind, bereits zur Winterpause auf dem Transfermarkt tätig zu werden.

Transfers keine Selbstläufer

Auch wenn sich Bayern-Boss Rummenigge derzeit noch zu keinem offiziellen Kommentar hinreißen lässt, verdichten sich die Anzeichen, dass die Transfers spätestens zur Sommerpause 2017 von beiden Seiten bestätigt werden. Dies gilt zumindest für Sebastian Rudy.

Der mittlerweile 26-Jährige dürfte dennoch ein Überraschungstransfer der Münchener werden, der nicht zuletzt damit zusammenhängt, dass die Münchener händeringend nach einem Ersatz für den scheidenden Philipp Lahm suchen, der seine Karriere voraussichtlich nach der laufenden Saison beenden und eine Position in der Führungsriege des FC Bayern einnehmen wird.

Da Rudy flexibel und genau wie Lahm im defensiven Mittelfeld und auf der rechten Verteidigerposition spielen kann, wie er es bereits in der Nationalmannschaft getan hat, ergibt der Transfer Sinn, auch wenn viele Experten Rudy die Qualität für die wichtigen Champions-League-Spiele absprechen. Doch da auch der Verbleib von Lahm-Ersatz Rafinha noch ungewiss ist, scheint der ablösefreie Transfer Rudys zur nächsten Saison sinnig.

Deutlich schwieriger sieht es da bereits bei Niklas Süle aus. Der neue, alte Bayern-Präsident Uli Hoeneß sprach zuletzt von „größeren Problemen“ beim Transfer des jungen Nationalspielers, der bereits bei den Olympischen Spielen in Rio auch internationale Topklubs auf sich aufmerksam machte. Zwar liegt der Marktwert des 21-Jährigen derzeit bei für die Bayern durchaus bezahlbaren 12 Mio. Euro, doch das Konkurrenzbieten hat längst begonnen, sodass ein Transfer wahrscheinlich an die 30 Mio. Euro kosten wird.

Obendrein verfügen die Bayern mit Mats Hummels und Jerome Boateng über das wahrscheinlich beste Innenverteidigerduo der Welt. Ob sich der talentierte und ebenso ambitionierte Süle mit einem Platz auf der Ersatzbank zufriedengeben wird, das darf bezweifelt werden, was einen Transfer zusätzlich erschweren dürfte. Aber gewiss werden die Bayern alles unternehmen, um Süle einen Wechsel zum deutschen Rekordmeister schmackhaft zu machen, nicht nur, um das eigene Team zu stärken, sondern auch, um einen neuen nationalen Konkurrenten zu schwächen.

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