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Der Großteil der staatlichen Einnahmen aus der Einkommensteuer stammt von Spitzenverdienern, das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Im Jahr 2004 zahlten demnach 8,2% der Steuerpflichtigen mit dem höchsten Einkommen (von mindestens 66.200 Euro) fast die Hälfte des gesamten Aufkommens und 26,8% der Steuerpflichtigen (ab einem Einkommen von 37.000 Euro) kamen für insgesamt 79,6% der Einnahmen aus der Einkommensteuer auf. Steuerpflichtige mit einem Einkommen von 230.000 Euro oder weniger zahlten 4,2% der Lohn- und Einkommensteuer.
Winfried Fuest vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht in diesen Zahlen einen Beleg für das Funktionieren der Umverteilung von oben nach unten. Die Einkommen würden jetzt schon zu einem erheblichen Teil umverteilt, deshalb könne von einer sozialen Schieflage, wie sie oft kritisiert wird, kaum die Rede sein. Höhere Einkommen dürften nicht noch stärker belastet werden wie z.B. durch eine Reichensteuer, denn sie seien schon überproportional belastet. Stattdessen müssten die unteren und mittleren Einkommen entlastet werden.
Achim Truger, Experte im gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), beurteilt die Zahlen anders, denn mit steigenden Einkommen würde auch die Möglichkeit steigen, Steuern legal und illegal zu umgehen. Außerdem sei die Einkommenshöhe bei indirekten Steuern wie der Mehrwertsteuer oder der Tabaksteuer irrelevant und auch bei Kranken- und Sozialversicherungen würden Spitzenverdiener tatsächlich weniger belastet werden, weil die Einkommen, die über den Beitragsbemessungsgrenzen liegen, abgabenfrei seien.
Für die Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden rund 35 Millionen steuerpflichtige Bürger (einschließlich zusammen veranlagter Ehepartner) berücksichtigt. Diese erzielten insgesamt Einkünfte in Höhe von 1,1 Billionen Euro – im Vergleich zum Jahr 2001 ein deutliches Plus von 9%. Dieses Plus führen Statistiker aber nicht auf einen tatsächlichen Einkommenszuwachs zurück, sondern vielmehr auf die Erfassung derjenigen mit relativ niedrigem Einkommen, die durch die Einführung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ermöglicht wurde. Tatsächlich sank das durchschnittliche Einkommen (vor Steuern) um 10,3% auf 30.100 Euro und der mittlere Steuersatz ging von 21,6% auf 20,3% zurück. Ein Statistiker erklärt dies vor allem mit der Senkung des Spitzensteuersatzes von 48,5% (2001) auf 45% (2004).
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