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News vom 27. August 2009
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Politik gefordert
Berlin. Von der Politik erwartet die Bundesärztekammer eine neue Initiative zur Bekämpfung des Ärztemangels. «Wir erwarten von der zukünftigen Bundesregierung, dass sie die demografische Entwicklung und den zukünftigen ärztlichen Versorgungsbedarf prioritär behandelt», äußerte Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe in der Donnerstagsausgabe der Tageszeitung «Die Welt». Die Forderungen der Ärzte müssten nun endlich Eingang in den neuen Koalitionsvertrag finden, erklärte er. Dabei gehe es nicht nur um finanzielle Fragen, sondern vielmehr auch um strukturelle Verbesserungen, wie zum Beispiel den Abbau der Bürokratisierung in Kliniken und Arztpraxen.
Zwischen 2007 und 2017 gehen aller Voraussicht nach mehr als 75.000 Ärzte in den Ruhestand. «Viele von ihnen werden in Zukunft keinen Nachfolger mehr finden, wenn sich an den aktuellen Bedingungen nicht zeitnah etwas ändert», so die Befürchtung Hoppes. Denn gleichzeitig kommen mit dem demografischen Wandel immer mehr alte Menschen und auch immer mehr Arbeit auf die Ärzteschaft zu. Mit der gestiegenen Lebenserwartung stiegen auch Leistungsinanspruchnahme und Intensität der Behandlung und Betreuung, erläuterte Hoppe.
«Obwohl genügend Studenten ein Medizinstudium beginnen, verlassen zu wenig Ärzte die Universitäten, die bereit sind, auch in der präventiven oder kurativen Medizin zu arbeiten», berichtete Frank-Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer. Jeder fünfte Mediziner, der sein Studium erfolgreich beendet, tritt keine klinische Weiterbildung an. Er kennt einen weiteren wichtigen Grund für den Ärztemangel: Arzt wird zum Frauenberuf – und Ärztinnen arbeiteten weniger als Ärzte, etwa weil sie unter anderem mehr Zeit für die Familie haben wollten. Der Frauenanteil in der Ärzteschaft stieg nach Zahlen der Bundesärztekammer zwischen 1991 und 2008 von 33,6 Prozent auf 41,4 Prozent. (ij/ddp)
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