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© dppSuchtexperten sprechen hier von einer “vergessenen Gruppe”
Berlin. Experten dringen bei der Suchtprävention auf größere Beachtung von Kindern aus Alkoholikerfamilien. Etwa jedes dritte Kind mit einem alkoholabhängigen Elternteil werde später selbst süchtig, erklärte Wiebke Schneider vom Vorstand der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DSH) an diesem Montag in Berlin. Ein weiteres Drittel leide bedingt durch die traumatischen Erlebnisse später an Depressionen oder Angststörungen.
Nach Aussage der Geschäftsführerin der Guttempler in Deutschland leben mindestens zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland mit mindestens einem alkoholsüchtigen Elternteil. Schneider sprach hier deshalb von einer «vergessenen Gruppe», die bei der Prävention mehr Aufmerksamkeit bedürfe, um den generationenübergreifenden Suchtkreislauf zu durchbrechen.
DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann regte diesbezüglich an, das Alter für den Kauf von Bier von 16 auf 18 Jahre heraufzusetzen und Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz viel stärker zu ahnden. Desweiteren sprach er sich auch für höhere Alkoholsteuern aus. DHS-Referentin Gabriele Bartsch plädierte in diesem Zusammenhang für eine feste Summe pro Zentiliter reinen Alkohols, unabhängig, ob es sich um Wein oder aber Spirituosen handelt. Bartsch kritisierte Deutschland als «Alkoholbilligland» in Europa, in dem seit immerhin 27 Jahren die Steuern auf Alkohol nicht einmal erhöht worden seien.
Die DHS veranstaltet noch bis diesen Mittwoch (18. November) in Potsdam eine Fachkonferenz zum Thema «Vernachlässigte Hoffnungsträger. Kinder und Jugendliche zwischen Markt, Medien und Milieu». (ij/ddp)
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