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Vor Beginn des Runden Tisches zum Schicksal ehemaliger Heimkinder plädiert die Grünen-Politikerin Antje Vollmer für ergebnisoffene Gespräche. Am Dienstag sagte sie im Deutschlandfunk: «Es geht nicht um eine Anti-Kirchen-Kampagne». Auch die Gesellschaft trage für das Geschehene Verantwortung. Die Kirchen müssten sich jedoch «Fragen nach innen stellen».
Dass es in den 50er und 60er Jahren Übergriffe in den überwiegend kirchlichen Einrichtungen gegeben habe, sei «besonders tragisch». Diese kirchlichen Heime seien «nicht als Orte der Freiheit» entstanden. Dort habe «rigides Law-and-Order-Denken» geherrscht.
Der Runde Tisch sei «kein Tribunal». Vielmehr versammle dieser beteiligte Einrichtungen, darunter Abgesandte beider Kirchen, der Caritas und der Diakonie, sagte Vollmer weiter. Diese mögen «sich selber verpflichten, an einer Lösung zu arbeiten».
Mit Blick auf mögliche Entschädigungszahlungen für Opfer sei «nichts ausgeschlossen, aber auch nichts garantiert». Ob und wie die Opfer zu entschädigen seien, dafür gebe es keine gesetzlich bindenden Regelungen. Ein Konsens mit Bund, Ländern und Kommunen sei möglich, um «eine Lösung zu finden, die neu ist».
Der Runde Tisch soll zweimal monatlich tagen. Er soll dazu dienen, das Schicksal von ehemaligen Heiminsassen klären, die als Jugendliche in den 50er und 60er Jahren in Erziehungsheimen der Bundesrepublik misshandelt und missbraucht wurden. Aufgrund vieler Eingaben Betroffener war der runde Tisch vom Petitionsausschuss des Bundestages im November beschlossen worden. Vorsitzende des Runden Tisches ist die ehemalige Bundestags-Vizepräsidentin Vollmer.
(ddp/ij)
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