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ARD und ZDF beklagen wenige Zuschauer bei Tour de France

ARD und ZDF beklagen wenige Zuschauer bei Tour de France

 Eurosport steigert hingegen seine Zuschauerzahlen

In diesem Jahr haben ARD und ZDF mit der Tour de France nur schwache Quoten erreicht. Bei der Übertragung der öffentlich-rechtlichen Sender schalteten im Schnitt rund eine Million Zuschauer ein und damit weniger als im vorigen Jahr. Eurosport konnte seine Zahlen bei der 96. Frankreich-Rundfahrt hingegen gegenüber 2008 erheblich steigern. Die am 4. Juli gestartete Tour war am Sonntag zu Ende gegangen.

Beim ZDF saßen nach Angaben des Senders im Schnitt 980 000 Zuschauer vor den Bildschirmen (Marktanteil 8,4 Prozent). Bei der ARD waren es bei den Live-Übertragungen 1,04 Millionen (8,6 Prozent). Beide kamen laut den Angaben zusammen auf durchschnittlich 1,01 Millionen Zuschauer (8,5 Prozent).

Die Durchschnittsreichweite von Eurosport bei den Etappen-Übertragungen lag dagegen bei 672 000 Zuschauern. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 6,1 Prozent.

Quoten haben Erwartungen bei weitem nicht erfüllt

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz äußerte, es gebe hier nichts zu beschönigen, die Quoten seien weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das «journalistisch angelegte Konzept» der Berichterstattung sei von den Zuschauern nicht wie erhofft angenommen worden. Die Radsport-Fans wollten demnach längere Live-Strecken von der Tour sehen. Welche Konsequenzen für die weitere Berichterstattung daraus gezogen werden, bleibe zunächst abzuwarten. Als erstes müsse jetzt in Ruhe mit der ARD sowie der Europäischen Rundfunkunion EBU und dem Tourveranstalter ASO gesprochen werden.

ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky meinte: «Wir sind der Ansicht, dass wir unter den gegebenen Voraussetzungen das Beste aus unseren Tour-de-France-Übertragungen gemacht haben.» Dass die Quoten von Eurosport so stark anstiegen und die von ARD und ZDF dagegen zurück gingen, sei zu erwarten gewesen – «denn gerade im Sport bedeutet das Live-Erlebnis für die Zuschauer schließlich alles».

Balkausky ergänzte: «Außerdem haben wir im Gegensatz zu Eurosport den Fokus auf die journalistische Berichterstattung um das Thema Doping gelegt, auch dies wurde sicherlich nicht von allen Zuschauern goutiert.» Trotzdem sei dieses ein Thema, das besonders bei der Tour de France «für uns unerlässlich ist».

Eurosport-Programmchef Arnaud Simon berichtete, die Reichweiten hätten sich bei seinem Sender seit Beginn der Tour positiv entwickelt. Zum einen habe Eurosport mit seiner ausführlichen Live-Berichterstattung mehr als jeder andere Sender von der Tour berichtet. Zum anderen habe dabei auch die redaktionelle Hintergrund-Berichterstattung die TV-Präsenz gestärkt.

ARD und ZDF berichteten abwechselnd in verkürzter Form

ARD und ZDF hatten in diesem Jahr in abgespeckter Form von der Tour berichtet und sich dabei immer wieder abgewechselt. Beide öffentlich-rechtlichen Sender hatten jeweils rund zehn Stunden Fernsehprogramm im Angebot. Eurosport übertrug hingegen insgesamt mehr als 80 Stunden live.

Im letzten Jahr hatten beim ZDF bei der Live-Übertragung der Etappen durchschnittlich 1,35 Millionen Zuschauer eingeschaltet (Marktanteil 12,5 Prozent). Die ARD konnte im Schnitt 1,37 Millionen Zuschauer (13,7 Prozent) verzeichnen. Bei Eurosport waren es rund 200 000.

Nach diversen Dopingvergehen hatte insbesondere die ARD das Radrennen eigentlich nicht mehr live übertragen wollen. Aufgrund eines bestehenden Dreijahresvertrages mit der EBU bis 2011, die mit dem Tourveranstalter ASO die Übertragungsrechte ausgehandelt hatte, mussten ARD und ZDF jetzt aber dann doch von der Tour berichten.

Im Jahr 2007 waren beide Sender nach dem Dopingverdacht gegen T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz aus der Live-Berichterstattung ausgestiegen. 2008 hatten beide Sender die Tour wieder täglich begleitet, jedoch wurden damals auch wieder eine Reihe von Fahrern des Dopings überführt. (dtn/ij/ddp)

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