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Atommülllager Asse: Atommüll – Skandal weitet sich aus

Der Skandal um das Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel wird sich nach Einschätzung der Linken weiter ausweiten. Neben Cäsium 137 und Radon sollen in der Vergangenheit auch die Grenzwerte für Tritium nicht eingehalten worden sein, so der umweltpolitische Sprecher der Linken-Fraktion Kurt Herzog am Montag nach der Auswertung erster jetzt vorgelegter Akten über das Lager. Demnach sollen die Werte in den Jahren 1988 bis 1993 bis um das 15-fache überschritten worden sein, sagte Herzog.

Den unzuverlässige Betreiber habe man jahrelang machen lassen, was er wollte. Es soll keine mit der Atomaufsicht abgestimmten Messprogramme und Überprüfungen gegeben haben, sagte Herzog. Der damaligen Atomaufsicht, die unter der Führung der niedersächsischen Umweltministerin Monika Griefahn (SPD) stand, attestiert Herzog eine «schlampige Berufsauffassung».

Er bezeichnete es als bezeichnend, dass von der rot-grüne Bundesregierung die Grenzwerte für Tritium im Zuge der Strahlenschutznovelle 2001 um das 2000-fache angehoben wurden. «Dieses Vorgehen sollte einzig und allein den reibungslosen hochprofitablen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke sicherstellen und die Rahmenbedingungen entschärfen», so Herzog. Durch die Anhebung von Grenzwerten werde radioaktives Material in großen Mengen «freigemessen» und lande schliesslich auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen. Dabei werde eine großflächige Verseuchung hingennommen, die langfristig gesundheitliche Folgen in der Bevölkerung nach sich zieht, so Herzog. (ddp/fm)

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