News vom 24.08.2017

Beachvolleyball-WM 2017 auf der Donauinsel in Wien

Beachvolleyball-WM 2017 auf der Donauinsel in Wien Bildquelle: Petr Toman – 690569152 / Shutterstock.com

Deutsche Frauen und österreichische Männer schaffen Finalteilnahme bei der Beachvolleyball-WM in Wien

Gut eine Woche lang kämpften die besten Beachvolleyball-Paare der Welt um die Weltmeisterschaftskrone auf der Donauinsel in Wien. Am Ende gab es sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Finals mit deutschsprachiger Beteiligung.

Wenn die Buchmacher mit ihrer Einschätzung danebenliegen, kann man meistens viel Geld mit Sportwetten verdienen. Die meisten Sportwettenanbieter hatten sich bei der Erstellung der Quoten an der aktuellen Weltrangliste und der Setzliste orientiert. Demnach war es logisch, dass das brasilianische Duo Larissa/Talita als Weltranglistenerste und Nummer 1 der Setzliste als klarer Favorit galt. Es folgten die Deutschen Chantal Laboureur und Julia Sude sowie die Kanadierinnen Pavan/Humana-Paredes als Anwärter auf den Titel.

Die Sportexperten von Sportwetten-Anbieter.de räumten auch den Olympiasiegerinnen von 2016 in Rio, Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, Chancen auf den Titel ein. Aber dass die an Nummer 14 gesetzten Amerikanerinnen April Ross und Lauren Fendrick ebenfalls ins Finale einziehen würden, damit war kaum zu rechnen. Wer auf diese Finalpaarung eine Sportwette platzierte, konnte richtig Geld verdienen.

Erster deutscher Damen-Sieg bei der 11. Beachvolleyball-WM

Über einen Zeitraum von 10 Tagen wurden bei Frauen und Männern insgesamt 216 Partien ausgetragen. Jeweils 48 Frauen- und Männern-Duos aus insgesamt 40 Ländern kämpften um den Titel. Bei den Frauen gewann mit dem Duo Ludwig/Walkenhorst erstmals eine deutsche Damenmannschaft bei der 11. offiziell von der FIVB ausgetragenen Weltmeisterschaft.

Bei den Männern setzten sich die Brasilianer Evandro/André Loyola im Finale gegen die österreichischen Lokalmatadore Clemens Doppler und Alexander Horst mit 2:0 durch. Der 23-jährige André Loyola avancierte damit zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten.

Aus dem deutschsprachigen Raum nahmen insgesamt 15 Duos an der WM teil:

• Deutschland: sechs Duos (fünf weiblich, eins männlich)
• Österreich: sieben Duos (drei weiblich, vier männlich)
• Schweiz: zwei Frauen-Duos

Hier noch einmal ein Überblick zu allen wichtigen Fakten der 11. FIVB Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Form einer Infografik:

Evandro/André Loyola und Ludwig/Walkenhorst sind Beachvolleyball-Weltmeister 2017

Infografik mit Fakten zur Beachvolleyball-WM 2017 in Wien. Infografikquelle: eigene Darstellung

Ludwig/Walkenhorst – Vom Lazarett auf den WM-Thron

Ein Jahr nach dem Olympia-Märchen von Rio 2016 war nicht damit zu rechnen, dass die Erfolgsgeschichte von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst schon bei der WM weitergeschrieben wird. Gemeinsame Auftritte bei der FIVB World Tour 2017 der Frauen waren in der aktuellen Saison rar. Eine Schulter-OP setzte Laura Ludwig bis April außer Gefecht. Mehr als ein fünfter Platz beim 4-Sterne-Turnier in Rio de Janeiro und zwei neunte Plätze bei den Drei-Sterne-Turnieren in Moskau und Den Haag waren bisher auf der Tour nicht drin. Beim Major-Turnier im kroatischen Porec musste dann Kira Walkenhorst verletzt pausieren.

Die Schulter schmerzt Kira Walkenhorst noch immer. Auch beim WM-Turnier musste die medizinische Abteilung immer wieder Schwerstarbeit leisten. Erfahrung und Willensstärke waren die Tugenden, die den Erfolg der beiden möglich gemacht haben und der ihnen neben dem Pokal auch ein Preisgeld von 60.000 US-Dollar einbrachte. Ihr Sieg war in der elfjährigen Geschichte der FIVB-WM der erste Erfolg eines europäischen Teams überhaupt:

• Brasilien: 5 Siege
• USA: 4 Siege
• China: 1 Sieg
• Deutschland: 1 Sieg

Der Weg von Ludwig/Walkenhorst zum WM-Titel:

Gruppenphase
Mahassine / Zeroual (Marokko) – 2:0
Glenzke / Großner (D) – 2:1
Borger / Kozuch (D) – 2:0

1. Hauptrunde
Yue / Wang (China) – 2:0

Achtelfinale
Hughes / Claes (USA) – 2:0

Viertelfinale
S. Ross / Sweat – 2:0

Halbfinale
Larissa / Talita – 2:0

Finale
A. Ross / Fendrick – 2:1

Die Bronzemedaille sicherten sich die brasilianischen Top-Favoriten Larissa/Talita durch einen 2:1-Sieg gegen die Kanadierinnen Pavan/ Humana-Paredes.

Heimatmosphäre puscht Doppler/Horst bis ins Finale

: Dalhausser/Lucena unterliegen bei der Beachvolleyball-WM 2017 im Viertelfinale den Russen Krassilnikow/Ljamin

: Für die Weltranglistenersten Phil Dalhausser und Nicholas Lucena aus den USA war bereits im Viertelfinale Schluss. Bildquelle: Petr Toman – 688529572 / Shutterstock.com

Bei den Männern gab es ebenfalls eine Finalpaarung, mit der wohl niemand gerechnet hatte. Die brasilianischen Titelverteidiger Alison/Bruno Schmidt scheiterten bereits im Achtelfinale am kanadischen Duo Saxton/Schalk. Für die Weltranglistenersten Dalhausser/Lucena aus den USA kam im Viertelfinale das Aus gegen die späteren Bronze-Gewinner Krassilnikow/Ljamin aus Russland. Clemens Doppler und Alexander Horst waren dagegen an Nummer 12 gesetzt und spielten das Turnier ihres Lebens. Sie erkämpften sich mit Silber die erste Medaille für den Österreichischen Volleyballverband überhaupt. Der 37-jährige Oberösterreicher Doppler und der 34 Jahre alte Wiener Horst unterlagen nur knapp dem brasilianischen Duo Evandro/André Loyola mit 23:21 und 22:20 in zwei Sätzen.

Bronze sicherten sich die Russen Krassilnikow/Ljamin mit einem 2:0-Sieg gegen die Holländer Varenhorst/van Garderen. Christiaan Varenhorst war immerhin Vizeweltmeister 2015 mit seinem Partner Reinder Nummerdor. Dieser beendete 2016 seine Karriere, sodass Varenhorst erst seit dieser Saison mit van Garderen zusammenspielt. Für die WM in Wien erhielt das Duo eine von drei Wildcards.

Der Weg von Doppler/Horst ins WM-Finale:

Gruppenphase
Raoufi / Salemi (Iran) – 2:0
Vandenburg / Nusbaum (Kanada) – 2:0
Saxton / Schalk (Kanada) – 1:2

1. Hauptrunde
Brunner / Patterson (USA) – 2:1

Achtelfinale
Jefferson / Cherif (Katar) – 2:0

Viertelfinale
Łosiak / Kantor (Polen) – 2:1

Halbfinale
Krassilnikow / Ljamin (Russland) – 2:0

Finale
Evandro / André Loyola (Brasilien) – 0:2

Laura Ludwig und Alexander Horst beste Spieler des Turniers

Bei den Einzelauszeichnungen konnte die Domäne der Brasilianer von der WM 2015 durchbrochen werden. Damals räumten die Beachvolleyballer vom Zuckerhut sieben von zehn Einzeltrophäen ab. In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen bei den Männern an drei und bei den Frauen an zwei Europäer. Alexander Horst bei den Männern wurde ebenso als bester Spieler ausgezeichnet wie Laura Ludwig bei den Frauen.

Dazu kamen bei den Männern die Würdigungen für den besten Scorer für Clemens Doppler und Christiaan Varenhorst wurde als bester Blocker geehrt. Die Holländerin Madelein Meppelink durfte sich bei den Frauen über die Ehrung als beste Angreiferin freuen.

Auszeichnung – Männer – Frauen

Bester Spieler – Alexander Horst (AUT) – Laura Ludwig (D)
Bester Scorer – Clemens Doppler (AUT) -Talita (BRA)
Bester Angreifer – Phil Dalhausser (USA) – Madelein Meppelink (NL)
Bester Blocker – Christiaan Varenhorst (NL) – Sarah Pavan (KAN)
Bester Aufschläger – Evandro (BRA) – April Ross (USA)

Fazit

Für die Zuschauer war die Beachvolleyball-WM in Wien vor allem dank deutschsprachiger Finalteilnehmer und trotz des teilweise schlechten Wetters ein voller Erfolg. Organisator Hannes Jagerhofer zeigte sich ebenfalls zufrieden. Insgesamt sahen das zehntägige Turnier 180.000 Zuschauer. Die Halbfinal- und Finalspiele wurde in der 10.000 Zuschauer fassenden Red Bull Beach Arena ausgetragen.

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