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News vom 08. August 2009

Berlin: U 55 zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor eröffnet

Berlin: U 55 zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor eröffnet © dpp

Mit einer Feierstunde und rund 800 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft wurde die Linie U 55 vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof in Berlin eröffnet.

Berlin. Die vielleicht kürzeste U-Bahn-Strecke Deutschland wurde am  Samstag in Berlin eröffnet. Mit der Fahrt vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof der Hauptstadt wurde die Linie U 55 für die Öffentlichkeit freigegeben. Die U-Bahn fährt auf rund 1,8 Kilometern Länge unter dem Regierungs- und Parlamentsviertel Berlins durch und hält auf dieser Fahrt an drei Haltestellen. Der Bau der Linie hat etwa 320 Millionen Euro verschlungen.

Für die Fahrer der Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ist diese Jungfernfahrt etwas ganz besonderes. Gegen 10.00 Uhr rollte die erste U 55 auf dem U-Bahn-Hof Brandenburger Tor ein. “Ich bin ganz weit oben”, sagt der Zugführer Andreas Petrenz.  Gerade erst feierte Petrenz sein 25-jähriges Betriebsjubiläum bei  den BVG. Stolz dreht er nun das Fenster seines Führerhäuschens auf und begrüßt einige der geladenen Gäste der Jungfernfahrt der U 55 mit Handschlag. “Mir geht es großartig”, so Petrenz strahlend.

Das Angebot, die Linie am ersten Tag umsonst zu testen, wird gut genutzt

Auch sein Kollege Markus Weber posiert stolz in Führerhaus am anderen Ende der U 55. Erst seit drei Jahren sei er bei der BVG angestellt, verrät der 30 Jahre alte Berliner. “Daher fühle mich sehr geehrt, auf dieser neuen Verbindung fahren zu dürfen.” Angst vor Langeweile, täglich im Zehn-Minuten-Takt auf der kurzen Strecke hin- und herzufahren, habe er nicht.

Alle Interessierten sollen heute die Chance haben, mit Petrenz und Weber die drei Stationen der U 55 anzufahren, die Beförderung ist an diesem ersten Tag kostenlos. Und die Berliner sowie die Besucher nutzen das Angebot sehr gern. Schon die erste U-Bahn, die pünktlich um 11.05 Uhr vom Hauptbahnhof über den Bundestag zum Brandenburger Tor fährt, ist voll besetzt.

Die Gestaltung der Bahnhöfe beschäftigt sich mit der Geschichte der Stadt

Im U-Bahnhof Brandenburger Tor zeigen sich die Besucher von der integrierten Dauerausstellung zur Geschichte der Berliner Mauer und des Brandenburger Tors als Symbol der Teilung und Vereinigung Deutschlands beeindruckt. Die großformatigen historischen Gemälde und Fotografien der Mauer und des Brandenburger Tors an den Wänden hinter den Gleisen finden viel Beachtung.

Ein weiterer Besucher staunt: “Was für ein edler U-Bahnhof.” Die Decke der rund 100 Meter langen Bahnhofshalle wird von paarweise aufgestellten Säulen getragen. Dazwischen erleuchtet ein Lichtband aus kassettenförmigen Glasflächen den Bahnsteig. Die Böden sind mit hellem Terrazzobelag gestaltet, die Wände in den Zugängen mit Muschelkalk. Im Eingangsbereich sind auf einem in die Wand eingelassenen Bildschirm Original-Aufnahmen zur Geschichte der Mauer zu sehen. Daneben ein hinterleuchteter Stadtplan, der den Mauerverlauf zeigt.

Die Linie U 55 soll nicht lange vom Berliner Verkehrsnetz abgeschnitten bleiben

Das nächste Bauvorhaben der Berliner in Sachen U-Bahn ist schon in Sicht: 2010 soll mit der Verlängerung der Linie bis zum Alexanderplatz begonnen werden. Dort wird die U-Bahn in die aus Hönow kommende U 5 übergehen. Nur durch die Verlängerung vom Pariser Platz bis zum Alexanderplatz sei der Bau der U 55 der Bevölkerung zu erklären, meinte Klaus Wowereit (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister. Aber durch die vorgesehene Schließung dieser Lücke im U-Bahn-Netz mache auch die als Kanzler-Bahn bezeichnete U 55 Sinn, sagte Wowereit vor rund 800 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft bei der feierlichen Eröffnung.

Die Verlängerung der U 55 vom Boulevard Unter den Linden bis zum Alexanderplatz in den nächsten acht Jahren zu bewerkstelligen, sei eine große Herausforderung, meinte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (ebenfalls SPD). Aber der U-Bahn-Anschluss zur U 5 werde für die Zukunft, für die Kinder und Enkelkinder der Berliner gebaut.

Berlins Bevölkerung muss weiter mit Einschränkungen während der Bauarbeiten rechnen

Mit besonders starken Belastungen müssen zukünftig nach Einschätzung von Experten Verkehrsteilnehmer, Anwohner und Geschäftsinhaber durch den Bau des Kreuzungsbahnhofs an der Friedrichstraße/Unter den Linden rechnen. Der Chef der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Andreas Sturmowski, entschuldigte sich bei den Anrainern des U-Bahnhofs Brandenburger Tor für die langwierigen Bauarbeiten und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten.

Dieser U-Bahnhof und damit die U 55 sollten eigentlich bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 eröffnet werden. Durch ein Leck in die Baugrube eindringendes Wasser konnte dieser Plan nicht in die Realität umgesetzt werden. (ag/ddp)

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