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News vom 10. Oktober 2008

«Ein Kohlekraftwerk gehört nicht mehr in einen künftigen modernen Kraftwerkspark»
Die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz kurz KoMa fordert ein grundlegendes Umlenken in der Kraftwerkspolitik. «Die Grundkraft wird künftig von erneuerbaren Energien geliefert werden, deshalb brauchen wir flexible Kraftwerke», teilte der erste Vorsitzende der KoMa, Christof van den Bruck, in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp in Mainz mit.
In Zukunft müssten Kraftwerke dann produzieren, wenn Energie wirklich benötigt wird, etwa weil in den Windkraftparks Flaute herrsche, erklärte van den Bruck. Das aber gehe jedoch nicht mit den Kohlekraftwerken, sondern nur mit Gas. «Ein Kohlekraftwerk gehört nicht mehr in einen künftigen modernen Kraftwerkspark, ein Gaskraftwerk wird künftig viel wirtschaftlicher arbeiten», so van den Bruck weiter.
Am kommenden Montag wollen Kohlekraftgegner in Mainz unter dem Motto «Dinosaurier-.Technologie stoppen» gegen die Errichtung neuer Kraftwerke demonstrieren. Zu der Aktion hat die Initiative «Campact – Demokratie in Aktion» aufgerufen. Sie ist Bestandteil der deutschlandweiten «Anti-Kohle-Tour», mit der «Campact» in elf großen Städten gegen neue Kraftwerksprojekte protestiert.
Van den Bruck betonte, es sei kein Zufall, dass bundesweit gleichzeitig rund 20 Kohlekraftwerke in Planung stehen, die alle biszum Jahr 2012 ans Netz gehen sollten. Die Bedingungen für Kohlekraftwerke würden sich in den kommenden Jahren um einiges verschlechtern, deshalb brauche es jetzt ein deutliches Umdenken.
Van den Bruck sprach deshalb dafür aus, auch beim geplanten Mainzer Kohlekraftwerk Bündnisse einzugehen. Das russische Gasunternehmen Gazprom habe schon im Mai diesen Jahres in einem Brief an die KoMa seinen Willen zu einer solchen Allianz betont. «Man muss ja keine Mehrheit hergeben»,teilte van den Bruck mit. Schon jetzt halte aber der Energieriese E.ON über seine Tochtergesellschaft Thüga 24,9 Prozent Anteile an den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden kurz KMW. Mit dem Kohlekraftwerk könnten die KMW aber «Schiffbruch erleiden». Dann drohe ein Abverkauf «für einen Appel und ein Ei». «Dann wäre die Selbstständigkeit ganz schnell weg», erklärte er.
(ddp/RR)
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