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Bundesliga: Muslime fordern ein Gipfeltreffen mit dem DFB

Bundesliga: Muslime fordern ein Gipfeltreffen mit dem DFB © FSV Frankfurt

In der 2. Fußball-Bundesliga erhielten drei Spieler von FSV Frankfurt eine Abmahnung vom Club, weil sie ihren Arbeitgeber nicht darüber informierten, dass sie sich in der Fastenzeit Ramadan befinden. Nun droht diese Geschichte zu eskalieren. Deswegen fordert der Zentralrat der Muslime in Deutschland ein Gespräch mit dem DFB.

In der 2. Fußball-Bundesliga ereignete sich Ende September ein Vorfall, der für eine Menge Verunsicherung unter deutschen Muslimen führte. Drei Spieler der Zweitligamannschaft FSV Frankfurt wurden Ende September von der Clubführung in die Geschäftsstelle beordert. Die Rede ist von Soumaila Coulibaly, Pa Saikou Kujabi und Oualid Mokhtari. Alle drei Spiele sind gläubige Muslime und sollten eine Abmahnung unterschreiben. Der Grund für die Abmahnung war, dass die drei Fußballer während des Ramadans vom 21. August bis zum 19. September gefastet hatten.

Die Spieler hatten ihren Club nicht darüber informiert, dass sie sich gerade in der Fastenzeit befinden. Dabei hat der FSV Frankfurt eigens eine Klausel in die Spieler-Verträge einfügen lassen, die ihnen untersagt, „ohne ausdrücklichen schriftliche Zustimmung des Vereins zu fasten.“ Allerdings informierten die Spieler ihren Club nicht darüber – und sind trotzdem im Recht. Das bestätigt auch Frank Rybak, Anwalt der Spielergewerkschaft VDV, und sagt im Gespräch mit „Sportbild“: „Man darf Fasten und Diäten nicht einschränkungslos untersagen.“ Und fügt noch hinzu: „Klagen die Spieler, hat der Verein vor Gericht überhaupt keine Chance.“

FSV-Manager Bernd Reising begründete die Abmahnung der drei Spieler so: „Der Verein wollte die Möglichkeit haben, die Spieler während des Fastens medizinisch zu begleiten.“ Trotzdem sorgen die Abmahnungen der drei Spieler für eine Menge Wirbel und Unruhe im Profifußball. Viele in Deutschland lebende Muslime waren total schockiert über das Vorgehen des Clubs. Sogar von Morddrohungen an FSV Manager Bernd Reising war in der „Sportbild“-Ausgabe der vergangenen Woche die Rede. Um jetzt weitere Eskalationen zu Vermeiden, fordert der Deutsche-Zentralrat der Muslime, dass sich der DFB zu diesem Thema äußert. In einem offenen Brief an den DFB-Präsident Theo Zwanziger schrieb Generalsekretär Aiman Mazyek: „Ich appelliere an den DFB und die DFL, deeskalierend und mäßigend in dieser Angelegenheit einzuwirken.“ Außerdem wurde Zwanziger zu einem Gespräch eingeladen, in dem der Zentralrat der Muslimen gerne über den Sinn und Hintergrund vom Ramadan aufklären möchte. (fr)

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