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Caravan-Salon 2008: Kompakte, Allradler und Luxusmobile sollen die Kaufllust wecken

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Vom kleinen Wohnwagen bis zum Lkw-Luxusmobil ist auf dem diesjährigen Caravan-Salon (30. August bis 7. September 2008) in Düsseldorf alles vertreten. Gezeigt werden rund 2000 Freizeit-Fahrzeuge. Gespannt blicken vor allem die Hersteller auf die Leitmesse, denn der in den vergangenen Jahren vom Erfolg verwöhnten Branche geht es derzeit nicht besonders gut. Bei den Händlern stehen Fahrzeuge auf Halde, die Kunden üben sich in ungewohnter Kaufzurückhaltung. Feinstaubzonen und drohende Fahrverbote, erhöhte Steuern für Reisemobile und steigende Kraftstoffkosten sind Ursachen für die derzeit eher schleppende Nachfrage nach Freizeit-Mobilen. Mit etlichen neuen Modellen soll der Modelljahrgang 2009 die Kauflust fördern.

Im Trend liegen einerseits kleine, kompakte – und preiswerte – Fahrzeuge, andererseits sind luxuriöse Landyachten mit üppigen Dimensionen „in“. Ruhig geworden ist es um die Mittelklasse, um die familientauglichen Alkoven-Modelle mit vier bis sechs Schlafplätzen. Ralph Binder vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Frankfurt/Main: „Die junge Familie als Käufergruppe hält sich zurück.“ Wenig überraschend, das dürfte auch an den aufgerufenen Preisen liegen, denn schließlich werden mindestens 40 000 bis 50.000 Euro Kaufpreis verlangt. Die Alternative heißt für viele Familien mieten statt kaufen; kein Wunder, dass die Klasse der Alkovenmobile heute überwiegend den Vermiet-Markt bedient.

Kompakte Mobile sind gefragt, sie taugen auch als Alltagsfahrzeug und ersetzen oft einen Zweitwagen. Außerdem sind Städte-Reisen, auch im Inland, immer mehr im Kommen. Für diesen Zweck eignen sich handliche, meist für zwei Personen konzipierte Mobile mit überschaubaren Dimensionen nun einmal gut. So wundert es nicht, dass auch Bürstner mit dem City-Car künftig erstmals im Segment der ausgebauten Kastenwagen mitmischen will. Den Einstieg in diese Klasse hat Konzernmutter Hymer, die selbst das konzeptionell zum Verwechseln ähnliche HymerCar anbietet, erleichtert. Synergieeffekte nennt man das. Und damit sich die Synergien richtig rechnen, gibt es auch von Laika, ebenfalls zu Hymer gehörend, einen reisetauglich ausgebauten Kastenwagen im schicken italienischen Design. Auch bei Hehn kann man sich dem Trend zum Kompakt-Mobil nicht verschließen: Resultat ist ein Reisemobil auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter. Schon seit Jahrzehnten in dieser Fahrzeugklasse unterwegs ist Westfalia Van Conversion. Mit dem Big Nugget XL, der über Sanitärraum und Dusche verfügt, setzt die Traditionsmarke ihre Modell-Offensive in der attraktiven Gewichtskategorie bis 3,5 Tonnen fort auf Ford Transit-Basis fort.

Neben den ausgebauten Kastenwagen mit ihren Blech-Karossen tummeln sich in der Größenordnung bis sechs Meter Länge die so genannten „Vans“, Teilintegrierte mit serienmäßigen Blech-Fahrerhaus und aufgesetztem Wohnaufbau. Reizvoll designte Exemplare kommen mit dem Siesta Exclusive von Hobby und von der Hobby-Tochter Fendt mit den K-Mobilen auf den Markt. Optisch gefällig präsentieren sich auch die Teilintegrierten der Colorado-Baureihe von Karmann Mobil aus dem rheinhessischen Sprendlingen.

Nahe dran an den Vans sind die neuen Sport-Liner von Knaus – von den Abmessungen her, und auch vom Preis. Den hat man in Jandelsbrunn attraktiv gestaltet, bei den Vollintegrierten wird zu Gunsten erschwinglicher Preise auf Luxus-Extras verzichtet. Nicht gespart wird jedoch am markanten Design.

Sparsam dürfen auch all jene Kunden nicht sein, die sich gerne einmal abseits asphaltierter Straßen bewegen. Relativ günstig kommen sie noch bei 3Dog Camping weg. Der Hamburger Anbieter präsentiert in Düsseldorf Dachzelte, die (auch) für Geländewagen geeignet sind, und obendrein einen speziell konstruierten Off-Road-Anhänger mit Faltzelt. Wer lediglich seinen Allradler reisetauglich ausrüsten will, der wird beim Hagener Unternehmen Terracamper fündig. Dort gibt es – leicht demontierbare – Ausbausätze für alle Station-Geländewagen, mit Schlafplätzen für zwei Personen im Fahrzeug.

Doch auch die klassischen Reisemobil-Hersteller entdecken den Allrad-begeisterten Kunden. TEC zeigt unter dem Namen Cross-TEC die Studie eines Teilintegrierten mit Allradantrieb auf Basis des Ford Transit. Über die Serienfertigung entscheidet der Kölner Basisfahrzeug-Hersteller: Kommt der Allrad-Transit, will TEC den Crosser bauen. Auch der schwäbische Tüftler Eugen Seitz, ehemals als Fensterbauer bekannt, setzt auf vier angetriebene Räder. Mit dem Tikro X-Track, einem Teilintegrierten mit kompakten Abmessungen. Wer gerne mehr Platz zur Verfügung hat findet diesen bei Weinsberg. Der Erfolg des im vergangenen Jahr vorgestellten LEV hat die Bayern ermutigt in diesem Jahr den X-Pedition zu zeigen: Ein Alkovenmobil auf Basis des allradgetriebenen Mercedes-Benz Sprinter, durch Einzelbereifung an der Hinterachse noch geländegängiger als der LEV, der über Zwillingsreifen an der Hinterachse verfügt. Für längere Fernreisen ausgelegt sind die auf Iveco Daily 4×4 aufbauenden Mobile, die Tartaruga und Bimobil mit nach Düsseldorf bringen. Kennzeichen der Fahrzeuge sind großzügig ausgelegte Tankkapazitäten. Bocklet aus Koblenz am Rhein setzt für den Dakar ebenfalls auf den Iveco Daily in Form des 55 S 18 W. Clou des geländegängigen Mobils mit kantigem Kofferaufbau ist das auf 140 x 200 cm ausziehbare Heckbett.

Auf Allrad setzt auch Tischer aus Kreuzwertheim bei den Zugfahrzeugen seines Sattelzugs, des Trail-Liners. Hinter einem Pick-Up japanischer oder amerikanischer Produktion wird ein Wohn-Auflieger gezogen, der reichlich Raum bietet. Das Zugfahrzeug steht am Urlaubsort, bei abgekoppeltem Auflieger, für Ausflugsfahrten zur Verfügung. Alternativ zu den 4WD-Pick-Ups können auch ein VW T5 oder andere Transporter zum Einsatz kommen.

Nicht für jeden setzen gelungene Urlaubsfreuden vier angetriebene Räder voraus. Vielen genügt bereits eines, Mountain-Bikern oder Motorradfahrern etwa. Diese Klientel will in den Ferien nur ungern auf ihr Sportgerät verzichten. Beim Domo Adler, einem Kastenwagen-Ausbau auf Sprinter-Basis, kann sogar eine Harley mitgenommen werden. Die wird schlicht per Kran ins Fahrzeug gehievt. Etwas einfacher geht es beim Eifelland-Caravan Deseo: Heckklappe öffnen, Schiene(n) raus und zwei Motorräder oder ein Quad rein.

Damit ist der Gipfel des Luxus jedoch noch nicht erreicht. Den markieren Landyachten, die durchaus den Preis eines gediegenen Eigenheims erreichen können und in deren Heck- oder Mittelgaragen noch ein wenig Platz für den Zweitwagen ist. Zielgruppe sind Paare, deren Kinder aus dem Haus sind, die etwas von der Welt sehen wollen und den von Zuhause gewohnten Komfort nicht missen wollen sowie über die notwendige Freizeit und das entsprechende Kleingeld verfügen. Preislich ganz knapp unter der magischen 100 000-Euro-Grenze liegt der Phoenix A 7200, ein Alkovenmobil der gehobenen Klasse. Bei den Wettbewerbern tragen die entsprechenden Fahrzeuge häufig den Namenszusatz „Liner“, einst von Niesmann & Bischoff als Gattungsbegriff für reinrassige Luxusmobile eingeführt. Das im Eifelstädtchen Polch ansässige Unternehmen, mittlerweile zum Imperium von Erwin Hymer gehörend, tritt mit der neuen Generation des Flair 4.0 den Kampf um Aufträge an. Sechs Grundrisse kann der Kunde bestellen. Konzernmutter Hymer rundet mit dem HymerLiner die Modellpalette nach oben ab. Drei Modellvarianten gibt es, zwischen 810 und 860 cm lang, zu Preisen ab rund 155 000 Euro. Und noch ein Liner kommt aus dem Allgäu, Von Dethleffs kommt ein weiterer Liner.

Das in Schmalegg bei Ravensburg beheimatete Unternehmen Carthago kommt mit seiner neuen Chic C-Line nach Düsseldorf. Und nicht zu vergessen die Liner von Concorde. Die in Schlüsselfeld-Aschbach ansässige Firma hat die Serienfertigung von Luxus-Mobilen in größeren Stückzahlen schon fast für sich gepachtet. Neu für die Saison 2009 ist der Cruiser, ein Alkovenmobil auf Basis des Iveco Eurocargo. Besonderes Kennzeichen: Die Sitzgruppe für sieben Personen.

Nur auf Kundenwunsch und damit höchst individuell baut man bei Kubus aus dem norddeutschen Kappeln. Firmenchef Peter Jansen bringt einen behindertengerecht konstruierten Integrierten mit an den Rhein. Ebenfalls ganz auf die Eigner zugeschnitten fertigt TSL. Die Rheinländer um Jürgen Landsberg vermitteln auf europäischen, meist deutschen Basisfahrzeugen ihren Kunden den „american way of drive“. Mindestens ein ausfahrbarer Erker gehört, ebenso wie die Heckgarage, zum guten Ton. Gleiches gilt für Vario Mobil aus Bohmte. Hier gibt es so profane, aber nützliche Ausstattungsdetails wie Spül- und Waschmaschine. Die Sanitärabteile verwöhnen mit Porzellan-WC, Regenduschen und Steinfußboden. Im Schlafgemach versprechen Kingsize-Betten geruhsamen Schlaf.

Da Luxus nicht alleine den Reisemobilisten vorbehalten ist, ziehen die Caravaner gleich: Mit Modellen wie dem Paganini von Tabbert, der sich an das Komfort- und Design-bewusste Paar richtet, das bereit ist, mindestens 36 900 Euro zu investieren. In einer ähnlichen Preisregion bewegt sich der T@b XL; der stylische Zweiachser ist ab 37 500 Euro zu haben.

Der Caravan Salon wird also spannend. Für die Kunden, die in Düsseldorf eine extrem breite Palette an Freizeit-Fahrzeugen vorfinden werden, von preiswert bis luxuriös, und teuer. Und für die Hersteller, die mit der breiten Angebotspalette und dem gebotenen Alternativ-Programm um die Kundengunst – und Aufträge – wetteifern. (ar/gp)

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