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News vom 26. Mai 2008

Citibank-Verkauf vielleicht schon früher als erwartet

Medienberichten zufolge wurde ein Informationsmemorandum verschickt, nach dem die Interessenten für den Kauf der Citibank bis kommende Woche ihre unverbindlichen Übernahmeangebote vorlegen müssen. Ab Mitte Juni könnte die Datenraumphase beginnen, also die Bieter einen vertieften Einblick in die Geschäftsbücher der Citibank erhalten. Danach besteht die Möglichkeit für verbindliche Offerten. Damit stünde einem frühzeitigeren Verkauf der Privatkundenbank nichts mehr im Wege, Branchenkenner gingen von einem Verkauf frühestens im Herbst aus. Wenn die Bieter allerdings keine lange Datenraumphase in Anspruch zu nehmen brauchen, kann der Verkauf schon im Hochsommer stattfinden.

Der US-Mutterkonzern Citigroup hofft bei dem Verkauf der Citibank auf einen Erlös von 3-5 Milliarden Euro, obwohl es offiziell noch gar keine Entscheidung über die Zukunft der Citibank gibt. Experten sind sich jedoch angesichts der durch die Finanzkrise entstandenen Probleme über den Verkauf der Bank einig. Die Citigroup muss ihre Bilanzsumme um $400 Milliarden US-Dollar verringern, um Entlassungen und Kapitalerhöhungen sowie Abschreibungen und Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe aufzufangen. Das geht nur über riskante Wertpapiere oder den Verkauf von Konzernteilen wie der Citibank.

In dem Memorandum finden die Interessenten allgemeine Daten zur Citibank (3,3, Millionen Kunden, 6800 Mitarbeiter, 340 Niederlassungen in 200 Städten) und ihre Pläne, eine Steigerung des Vorsteuergewinns bis zum Jahr 2012 um 10,1% pro Jahr auf dann 882 Millionen Euro zu erzielen. Bis dahin sollen die Einnahmen jährlich um 6,2% auf 2,221 Milliarden Euro wachsen.

Neben der Citibank stehen auch die Dresdner Bank und die Postbank zum Verkauf. Während die Citibank offen um ausländische Bieter wirbt, sind die Chancen ausländischer Interessenten für die Postbank eher gering. Der Bund zeigt – auch wenn er es gegenüber der EU-Kommission nicht darf – ein deutliches Interesse daran, für die Postbank eine inländische Lösung zu finden. Eine Möglichkeit bestünde in einerm komplexen Dreierbündnis zwischen Postbank, Dresdner Bank und Commerzbank.

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