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Länder, in denen die Sonne «geerntet wird», sollen «Vorteile aus den Energie-Investitionen haben»
Das am Montag in München formell besiegelte Desertec-Projekt zur Förderung von Solarenergie in der Sahara wurde vom langjährigen Leiter des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, sehr begrüßt.
Solargroßprojekte könnten ähnlich wie neu geplante Gasleitungen aus Osteuropa einen «wichtigen Teilbeitrag zur Energieversorgung in Mitteleuropa und Deutschland und zum Klimaschutz leisten», erklärte Töpfer in der Dienstagsausgabe der «Frankfurter Rundschau» . Der frühere Bundesumweltminister warnte gleichzeitig aber auch, «Desertec darf kein Alibi sein, in Deutschland die erneuerbaren Energien, die wir haben, nicht konzentriert und intensiv auszubauen – und zwar jetzt und so umfassend wie möglich».
Energiepolitische Großvorhaben wie das jetzt geplante Wüstenstromprojekt müssten ferner an klare Auflagen gebunden sein. So müsse sichergestellt sein, dass die Länder, in denen die Sonne «geerntet wird», auch selbst «Vorteile aus den Energie-Investitionen haben». Töpfer warnte zudem, Energiepolitik dürfe sich nicht allein auf neue Techniken konzentrieren. «All das überdeckt nur die eigentliche Notwendigkeit: Wir müssen endlich die Nachfrageseite debattieren.» Die Frage sei: «Wofür brauchen wir Energie und wie verschwenden wir sie», meinte Töpfer und forderte zugleich, das Thema Energieeffizienz und -sparen «eindeutig oben» auf die Tagesordnung zu setzen. (dtn/ij/ddp)
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