News vom 24.08.2017

DFB-Pokal: Neun Heimspiele der 1. Hauptrunde finden in fremden Stadien statt

DFB-Pokal: Neun Heimspiele der 1. Hauptrunde finden in fremden Stadien statt Auch 2018 wird das Pokalfinale wieder im Olympiastadion in Berlin stattfinden. Hier feiern die Fans von Borussia Dortmund ihre Mannschaft am Finaltag 2017. Bildquelle: hanohiki – 648130117 / Shutterstock.com

Vom 11. bis 14. August 2017 wird die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal ausgetragen. Dabei haben wie immer die unterklassigen Vereine Heimrecht. Neun davon ziehen für das Spiel freiwillig oder unfreiwillig in ein anderes Stadion um. Das geschieht vor allem deshalb, weil mit einem größeren Zuschauerzuspruch gerechnet wird, wenn ein Verein der 1. oder 2. Bundesliga zu Gast ist. Zwei Vereine müssen allerdings unfreiwillig im fremden Stadion spielen.

Der Austragungsort eines Fußballspiels kann besonders bei einer Sportwette Auswirkungen haben. Fehlt die Unterstützung der eigenen Fans im heimischen Stadion, kann sich das Team unter Umständen nicht bis zur Leistungsgrenze pushen. Gravierend ist diese Thematik beim Spiel der TuS Koblenz gegen Dynamo Dresden. Der Regionalligist trägt das Pokalspiel im 420 Kilometer entfernten Stadion in Zwickau aus. Dieses liegt wiederum nur 120 Kilometer von Dresden entfernt. Es ist somit im Grunde ein Auswärtsspiel, was insbesondere die Quoten der Sportwettenanbieter für einen Koblenzer Sieg in die Höhe getrieben hat. Zum Vergleich hier die Quoten von vier großen Buchmachern:

• BWIN: TuS Koblenz – Dynamo Dresden 12,00 / 5,50 / 1,25
• Interwetten: TuS Koblenz – Dynamo Dresden 7,30 / 4,40 / 1,40
• Tipico: TuS Koblenz – Dynamo Dresden 9,50 / 5,30 / 1,30
• Bet-at-home: TuS Koblenz – Dynamo Dresden 9,47 / 5,10 / 1,29

Die folgende Infografik fast alles Wissenswerte der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals in der Saison 2017/18 zusammen:

Interessante Paarungen der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal

Infografik: Wissenswertes zur 1. Hauptrunde im DFB-Pokal 2017/18. Infografikquelle: eigene Darstellung



Saisonhöhepunkt DFB-Pokal: Wenn Amateurvereine zugkräftige Profiteams zu Gast haben

Zu den Heimspielen des 1. FC Rielasingen-Arlen in der Verbandsliga Südbaden (6. Liga) kommen im Schnitt 200 Zuschauer. Durch den Gewinn des Verbandspokals des Südbadischen Fußballverbands, dem SBFV-Rothaus-Pokal, qualifizierte sich die Mannschaft für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals.

Das Los bescherte dem Sechstligisten nun den Titelverteidiger Borussia Dortmund. Das ist natürlich das Highlight der Saison und der Verein hätte für dieses Spiel zigtausend Tickets verkaufen können. Leider fasst das heimische Stadion nur 1.500 Zuschauer. Da ist es naheliegend, das Spiel in einem größeren Stadion in der Nähe auszutragen. Der 1. FC Rielasingen-Arlen entschied sich für das etwa 100 Kilometer entfernte Stadion des Bundesligisten SC Freiburg. Dieses fasst 24.000 Zuschauer, sodass zumindest ein Bruchteil der Nachfrage befriedigt werden kann. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, welche Amateurvereine ihr Erstrundenspiel aufgrund großer Nachfrage in ein größeres Stadion verlegt haben.

PartieHeimspielstätteAustragungsortEntfernung
SF Dorfmerkingen – RB LeipzigSportanlage Felsenstraße (5.000 Zuschauer)Ostalb Arena Aalen (14.500 Zuschauer)20 km
FC Nöttingen – VfL BochumPanoramastadion (3.800 Zuschauer)Wildparkstadion Karlsruhe (28.762 Zuschauer)28 km
SV Morlautern – SpVgg Greuther FürthStadion Kieferberg (2.000 Zuschauer)Sportpark Husterhöhe Pirmasens (10.000 Zuschauer)38 km
SV Eichede – 1. FC KaiserslauternErnst-Wagener-Stadion (3.000 Zuschauer)Stadion Lohmühle Lübeck (17.849 Zuschauer)36 km
1. FC Rielasingen-Arlen – Borussia DortmundSportanlage an den Talwiesen (1.500 Zuschauer)Schwarzwald-Stadion Freiburg (24.000 Zuschauer)103 km
TuS Erndtebrück – Eintracht FrankfurtPulverwaldstadion (2.000 Zuschauer)Leimbachstadion Siegen (19.400 Zuschauer)32 km
Leher Turnerschaft – 1. FC KölnL.T.S.-Arena (2.000 Zuschauer)Nordsee-Stadion Bremerhaven (10.000 Zuschauer)2 km

TuS Koblenz: Statt Heimspiel nun Auswärtsspiel

Nicht immer ist das geringe Fassungsvermögen des eigenen Stadions Ursache für einen Umzug. Im Fall der TuS Koblenz zum Beispiel lag es an der Sanierung der Tartanbahn des auch für Leichtathletikveranstaltungen verwendeten Stadions Oberwerth. Die Fertigstellung war eigentlich rechtzeitig zum Pokalspiel gegen Dynamo Dresden geplant. Aber wie so oft in der Baubranche konnte der Termin nicht eingehalten werden, weshalb sich der Verein auf die Suche nach einer alternativen Spielstätte begeben musste.

Die Suche sollte sich als äußerst schwierig erweisen. Hauptgrund dafür waren die reisefreudigen Anhänger von Dynamo Dresden, die in Bezug auf Krawalle immer wieder Schlagzeilen machen. Wenn Dynamo Dresden auswärts spielt, werden die Spiele regelmäßig zum Hochrisikospiel deklariert. Weil deshalb überdurchschnittliche Sicherheitsstandards gelten, erhielt TuS Koblenz zahlreiche Absagen bei der Stadionsuche.

Da es von der Polizei von Nordrhein-Westfalen eine generelle Absage für das Bundesland gab, fielen schon mal die Stadien in Köln und dem gesamten Ruhrgebiet weg. Zudem finden in Essen, Siegen, Bielefeld, Bonn, Paderborn und Duisburg bereits sechs Pokalspiele in diesem Bundesland statt, sodass die Polizei das Generalverbot mit einem Mangel an Personal begründete.

Weitere Gründe für Absagen:

• Arena ist bereits anderweitig belegt
• notwendige Sicherheitsinfrastruktur fehlt
• Zufahrtsstraße zum Stadion wird gerade erneuert

Nach 50 Absagen musste der Verein schließlich in den sauren Apfel beißen und seine Anhänger ins 420 Kilometer entfernte Zwickau schicken. Der FSV Zwickau pflegt eine Fanfreundschaft mit Dynamo Dresden, weshalb mit weniger Krawallen als üblich gerechnet werden kann.

Würzburger Kickers: Späte Ansetzung um 20:45 Uhr verursacht ruhestörenden Lärm

Ein ganz anderes Problem hatten die Würzburger Kickers in Unterfranken. Anwohner des auf der westlichen Mainseite im Südwesten Würzburgs befindlichen Dallenbergstadions hatten eine Rechtsaufsichtsbeschwerde bei der Regierung des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken eingereicht und sich über den zu erwartenden Lärm nach 22:00 Uhr beklagt. Normalerweise beginnen die Spiele des Vereins in der 3. Liga spätestens um 19:30 Uhr. Eine zeitliche Verschiebung des vom DFB um 20:45 Uhr angesetzten Spiels scheiterte am Veto des TV-Senders Sky, der das Spiel live überträgt. Das Spiel in Würzburg wäre mit Sicherheit ausverkauft gewesen. Ob es auch an neutralem Ort in Offenbach ausverkauft ist, ist fraglich. Karten werden zunächst nur für die Hintertor-Tribünen und die Haupttribüne verkauft. Da die komplette Gegengerade leer zu bleiben droht, wird Sky seine Kameras auch dort postieren, um das TV-Bild mit einer hoffentlich ausverkauften Haupttribüne zu schönen.

PartieHeimspielstätteAustragungsortEntfernung
FC Würzburger Kickers – SV Werder BremenDallenbergstadion (13.000 Zuschauer)Sparda-Bank-Hessen-Stadion Offenbach (20.500 Zuschauer)108 km
TuS Koblenz – SD Dynamo DresdenStadion Oberwerth (9.500 Zuschauer)Stadion Zwickau (10.183 Zuschauer)420 km
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