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Diskussion über Kostenübernahme für künstliche Befruchtung

Das Bundesgesundheitministerium hält die Forderung des Bundesrats zur vollen Kostenübernahme für eine künstliche Befruchtung durch die gesetzlichen Krankenkassen für nicht umsetzbar und geht deshalb nicht davon aus, dass es eine gesetzliche Neuregelung der Kostenübernahme geben wird.

Die Kosten für eine künstliche Befruchtung werden seit Anfang 2004 nur für die ersten drei Versuche von den Krankenkassen übernommen. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist das Alter der Versicherten: Frauen müssen zwischen 25 und 40 Jahre und Männer dürfen maximal 50 Jahre alt sein, um einen Anspruch auf Kostenübernahme zu besitzen. Grundsätzlich müssen sich die Versicherten mit 50% an den Kosten beteiligen.

Die Länderkammer forderte die Bundesregierung nun auf, diese Regelung rückgängig zu machen, da die Zahl der erfolgreich durchgeführten künstlichen Befruchtungen wegen dieser erheblichen EInschränkungen deutlich gesunken sei. Laut Bundesrat mache der demografische Wandel und das Interesse der ungewollt kinderlosen Paare eine Wiederherstellung des ursprünglichen Rechtszustands zwingend erforderlich.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verwies in der „Mitteldeutschen Zeitung“ auf den hohen Geburtenmangel und forderte von den Krankenkassen ein stärkeres Engagement bei finanziell Bedürftigen, bei denen eine realistische Chance auf eine Schwangerschaft besteht. Dagegen sieht CDU-Gesundheitsexperte Hubert Hüppe keine Mehrheit im Gesundheitsausschuss für eine Ausweitung der Kassenleistung und spricht von einer „relativ ineffektiven und keiner medizinischen Leistung“. Er wirft den Ländern vor, einerseits über steigende Kosten im Gesundheitswesen zu klagen und andererseits neue Kosten zu verursachen.

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