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News vom 05. Januar 2009

Für den Nachmittag war die Schwester der 16-Jährigen als Zeugin geladen
Die Eltern des Opfers haben am Montag im Prozess um den sogenannten Ehrenmord an der Deutsch-Afghanin Morsal O. geschwiegen. Am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Hamburg machten sowohl der Vater als auch die Mutter des 16-jährigen Mädchens von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Ebenso schwieg ein jüngerer Bruder des Opfers. Die Schwester der 16-Jährigen war für den Nachmittag als Zeugin geladen.
Der 24 Jahre alte Bruder von Morsal O. muss sich in dem Prozess wegen Mordes verantworten. Der Angeklagte Ahmad-Sobair O. hatte zum Auftakt Mitte Dezember die Aussage verweigert. Allerdings hatte er die Tat zuvor bereits gestanden.
Die Staatsanwaltschaft hat indes nun auch den Vater des Mädchens wegen Misshandlung Schutzbefohlener angeklagt. Im Mai 2008 soll der 46-Jährige seine Tochter im mehrfach geschlagen und getreten haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, auf ddp-Anfrage sagte. Dabei gehe es um körperliche Übergriffe gegen das Mädchen, nicht um die Tötung. Die Anklage vom 9. Dezember 2008 sei dem Vater bereits zugestellt worden. Laut Möllers muss das Gericht nun entscheiden, ob auch gegen den 46-Jährigen ein Hauptverfahren eröffnet wird.
Die Anklage wirft seinem Sohn Ahmad-Sobair O. vor, Morsal O. am 15. Mai 2008 heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Von ihrem Bruder soll sie 16-Jährige erstochen worden sein, weil sie sich von der Familie abgewandt hatte. 23 Mal soll er auf einem Parkplatz im Stadtteil St. Georg mit einem Messer auf seine Schwester eingestochen haben. Später stellte sich der 24-Jährige der Polizei und sitzt seither in Untersuchungshaft.
Zuvor war das Mädchen mehrfach in Einrichtungen des Jugendnotdienstes untergebracht. Seit mehreren Jahren soll sie bereits unter dem Druck ihrer Familie gelitten haben, da diese den westlichen Lebensstil des Mädchens nicht billigte. (ddp/ba)
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