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Erdbeben Haiti: Erdbeben fordert vermutlich mehr als 100.000 Tote

Erdbeben Haiti: Erdbeben fordert vermutlich mehr als 100.000 Tote Die Hauptstadt Port-au-Prince liegt nach dem Beben in Trümmern. © Wikimedia Commons

Rund anderthalb Tage nach dem schweren Erdbeben auf Haiti zeichnet sich eine erste Bilanz des Ausmaßes ab: Es müsse von mehr als 100.000 Toten ausgegangen werden, sagte der haitianische Premierminister Jean-Max Bellerive am Abend dem US-Fernsehsender CNN. Präsident Rene Préval warnte hingegen vor vorschnellen Angaben über Opferzahlen. Er selbst gehe jedoch von “30.000 bis 50.000″ Toten aus.

Offizielle Zahlen über Tote und Verletzte gibt es nach dem Erdstoß der Stärke 7,0 auf der Richterskala, das sich am Dienstagnachmittag um 16:53 Uhr Ortszeit (22:53 Uhr deutscher Zeit) ereignete, noch nicht. Realistische Einschätzungen werden erst in den kommenden zwei bis vier Tagen erwartet, teilte Duly Brutus, Botschafter bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), mit. Das Rote Kreuz spricht von knapp drei Millionen Geschädigten, also knapp einem Drittel der Bevölkerung des ärmsten Landes der westlichen Hemisphäre.

Die Lage vor Ort ist auch knapp 34 Stunden nach der Erdbebenkatastrophe auf Haiti weiter chaotisch und unübersichtlich. Medienberichten zufolge liegen Leichen unter den Trümmern oder provisorisch abgedeckt am Straßenrand. Auch das Telefonnetz liege nach dem nach Angaben der US-Erdbebenwarte schwersten Beben auf der Karibikinsel seit 240 Jahren nach wie vor brach. Zudem lagen zahllose Wohnhäuser, Kirchen und öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Hotels und auch der Präsidentenpalast, nach dem schweren Beben in Trümmern.

Die internationale Hilfe nach dem Erdbeben in Haiti ist angelaufen

Indes haben die Vereinten Nationen bestätigt, dass mindestens 14 Blauhelm-Soldaten beim Einsturz des UN-Hauptquartiers in der Hauptstadt Port-au-Prince getötet wurden. Zudem seien noch zahlreiche weitere Menschen unter den Trümmern begraben.

Mittlerweile ist jedoch bereits die internationale Unterstützung für den Inselstaat Haiti angelaufen. Zahlreiche Länder und Hilfsorganisationen senden Rettungskräfte und Hilfsgüter nach Haiti oder geben Soforthilfe.

Die Bundesregierung sagte eine Soforthilfe in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu, während die EU drei Millionen Euro für Haiti, einer der ärmsten Regionen der Welt, gewährte. Bundespräsident Horst Köhler erklärte, er sei “zutiefst bestürzt”. Dem Botschafter Jean Robert Saget versicherte er, dass Deutschland Haiti “zur Seite stehen” werde.  (ba/dts)

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