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Erhöhtes Krebsrisiko bei Mitarbeitern einer Mülldeponie

Auf der plötzlich einberufenen Mitarbeiterversammlung der Beschäftigten der Mülldeponie Ihlenberg bei Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) teilte die Geschäftsleitung, Schweriner Ministeriumsvertreter sowie Wissenschaftler der Universität Greifswald den Mitarbeitern der Deponie mit, dass eine Studie ergab, dass Deponie-Mitarbeiter auffallend häufiger an Krebs erkranken als der Durchschnitt der Bevölkerung.

In der Studie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die im Auftrag der Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten (GGA) Mecklenburg- Vorpommern durchgeführt wurde, wurden bei 460 Mitarbeitern, die zwischen 1983 und 2004 in der Deponie beschäftigt waren, die Diagnose Krebs gestellt. Rein statistisch erkranken von 460 Menschen aber nur 10 Personen, das heißt, dass das Krebsrisiko bei den Mitarbeitern um 80% höher war als zu erwarten gewesen wäre. Der Greifswalder Experte Stefan Weiß sprach von einem “moderat erhöhten Krebsrisiko”, das jedoch kein Zufall sei.

Die Forscher fanden auf dem Gelände der Deponie unterschiedliche krebserregende Stoffe wie Benzol, Dioxin und Vinylchlorid. Ob genau diese Stoffe der Auslöser für die Krebserkrankungen der Mitarbeiter waren, ist noch nicht geklärt. Hierzu sind weitere Studien nötig. Der Staatssekretär im Schweriner Wirtschaftsministerium, Rüdiger Möller (CDU), erklärte, man müsse für eine genaue Ursachenforschung andere Ursachen wie z.B. Teppichkleber in den Büroräumen oder Nikotinkonsum der Mitarbeiter ausschließen können.

Die Anwohner der Deponie im Landkreis Nordwestmecklenburg und in der Hansestadt Lübeck, die in der Vergangenheit mehrfach den Verdacht geäußert hatten, dass von der Deponie erhebliche Gesundheitsrisiken ausgehen, haben laut der Studie keine negativen Folgen zu befürchten, es wurden keine Hinweise darauf gefunden, dass in der Deponie gelagerte Substanzen auch in der Bevölkerung für ein erhöhtes Krebsrisiko sorgt. In der Deponie, die sich zwischen Selmsdorf und Schönberg im Sperrgebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze befindet, werden gefährliche und nichtgefährliche Abfälle gelagert. Die nächsten Anwohner leben nur 300 Meter entfernt.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe erklärte, dass nun genau untersucht werden müsse, welche Risiken konkret von der Deponie ausgehen. Geklärt werden muss z.B. in welchen speziellen Arbeitsbereichen der Deponie das Krebsrisiko besonders hoch sei und ob das erhöhte Krebsrisiko immer noch fortbestehe.

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