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Expertenrunde zur Kriminalität zwischen Online-Welt und realem Leben

In Online-Welten wie Second Life oder Twinity treffen sich immer mehr Menschen aus allen echten Erdteilen. Es wird nicht nur per Web miteinander kommuniziert, auch Handel wird betrieben. Dabei fließt zwar virtuelles Geld, doch die Währungen einiger 3-D-Welten können in die Zahlungsmittel der realen Umgebung umgewandelt werden. Wer etwa in Second Life ein kleines Vermögen scheffelt, kann es im echten Alltag in US-Dollar nutzen. Gerade weil diese Verknüpfung besteht und zunehmend Waren und Dienstleistungen in den fiktiven Online-Welten ihren Platz gefunden haben, treten immer mehr Betrüger auf den Plan.

Wie ist damit umzugehen, wenn ein Unternehmen, das in einer virtuellen Welt Waren verkauft, dort von einem Avatar, also einem 3-D-Charakter eines Mitglieds, betrogen wird und dadurch Geld verliert? Kann dies in der realen Welt bestraft werden? Und wie ist online mit dieser neuen Art der Kriminalität umzugehen? Diese und weitere Fragen beschäftigen nun Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, darunter Rechts- und Sozialwissenschaften, aber auch Psychologen. In einem Symposium mit dem Titel “Virtuelle Welten und Kriminalität” im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg wollen die Spezialisten Ende Januar dem neuen Phänomen gemeinsam auf den Grund gehen. Dabei wollen sie auch die von Online-Welten ausgehende Suchtgefahr für den Nutzer nicht außer Acht lassen.

“Interessant ist dieser auf Second Life und anderen Plattformen existierende Wirtschaftsraum vor allem für Geldwäscher und Betrüger, dokumentiert sind jedoch auch Inhaltsdelikte wie Gewaltverherrlichung, Beleidigung, Verleumdung, Volksverhetzung oder die (kinder)pornografische Darstellung von Avataren”, erläutert Dr. Kai Cornelius vom Juristischen Seminar der Ruprecht-Karls-Universität, von dem die Initiative für diese Tagung ausging. “Wir wollen erörtern, inwieweit die Regeln der Offline-Welt auch für die Online-Welt gelten.” Bisher ist die Forschung in diesem Bereich noch ganz am Anfang. Deshalb erhoffen sich die Experten von der Tagung, an der Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Großbritannien sowie den Niederlanden teilnehmen werden, dass sie Pioniercharakter haben wird. cid/sm

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