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Facebook verklagt StudiVZ

Das der Verlagsgruppe Holtzbrinck zugehörige deutsche Social-Network StudiVZ wurde nun von dem US-amerikanischen Social-Network-Dienst Facebook auf Schadenersatz verklagt. In der 116-seitigen Klageschrift, die am Samstag bei einem US-Bezirksgericht in San Jose im Silicon Valley eingereicht wurde, heißt es, dass ein großer Teil des Erfolges, wenn nicht gar der gesamte Erfolg des deutschen Pendants zu Facebook auf der Nutzung des geistigen Eigentums des amerikanischen Originals basiere. Facebook will StudiVZ deshalb untersagen lassen, “look, feel, features and services” von Facebook.com zu kopieren. Ein Beispiel für ein kopiertes Feature ist die so genannte “Wall”, mit der sich die Nutzer Nachrichten auf ihren Profilseiten hinterlassen können. Darüber hinaus wird StudiVZ vorgeworfen, sich unerlaubt Zugriff auf die Computersysteme und -netzwerke von Facebook verschafft zu haben, um dort unberechtigterweise Daten zu entnehmen.

Eine Facebook-Sprecherin erklärte, dass die bisherigen Gespräche mit StudiVZ zu keinem Ergebnis geführt hätten, so dass man sich jetzt gezwungen sähe, den Rechtsweg zu beschreiten. Auch eine Klage vor einem deutschen Gericht sei möglich. Um die Nutzer nicht zu verwirren und dem Ansehen von Facebook nicht zu schaden, sei es nötig, die illegalen Aktivitäten von StudiVZ zu beenden, so Facebook-Justiziar Sam O’Rourke. Man habe sehr viel in Technik und Design investiert und sei enttäuscht darüber, dass sich StudiVZ die Kreativität und Innovation von Facebook zunutze macht. Für eine Kopie des Designs spreche auch ein Interview mit StudiVZ-Gründer Dariani, in dem dieser erklärt, sich bei dem Design an dem Layout von Facebook orientiert zu haben. Die großen Ähnlichkeiten könnten bei Nutzern den Eindruck erwecken, dass die beiden Dienste zusammenhängen, was aber nicht der Fall ist. Angesichts der Daten- und Sicherheitsprobleme bei StudiVZ könnte sich dieser Eindruck negativ auf Facebook auswirken, heißt es in der Anklageschrift.

Rund 18 Monate nach der Veröffentlichung von Facebook startete StudiVZ im Oktober 2005. Anfang 2007 wurde StudiVZ für über 50 Millionen Euro von der Holtzbrinck-Gruppe übernommen. Die beiden Dienste unterscheiden sich auf den ersten Blick tatsächlich nur in der dominierenden Farbe, die bei Facebook blau und bei StudiVZ rot ist.

Bei Facebook sind rund 80 Millionen User aktiv, bei StudiVZ, das sich selbst als “das erfolgreichste Social Network in Deutschland, Österreich und der Schweiz” bezeichnet, rund 10 Millionen. Seit März ist auch Facebook auf dem deutschen Markt am Start, konnte sich bislang jedoch nicht etablieren, was nach deren Einschätzung vor allem an StudiVZ liegt.

In den nächsten 20 Tagen hat StudiVZ nun Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern oder eine Umgestaltung seiner Website vorzunehmen.

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