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Forschung: Ist Internetsucht genetisch bedingt?

Forschung: Ist Internetsucht genetisch bedingt? © Nigel Treblin/ddp

Der Mitte der 90er-Jahre begonnene Siegeszug des Internets ist nicht mehr aufzuhalten. Viele Dinge des täglichen Lebens von Bankgeschäften über Einkäufe bis hin zur Kommunikation mit Freunden und Verwandten haben sich mittlerweile ins Netz verlagert, was allerdings nicht nur Vorteile hat.

Im Zuge des stetig wachsenden Bedeutung des Internets wachsen auch die Gefahren, die davon ausgehen. Neben dem weit verbreiteten Missbrauch persönlicher Daten oder auch diversen Betrügereien mit fadenscheinigen Angeboten, auf die vor allem Laien schnell hereinfallen, besteht auch ein immer größerer Gesundheitsrisiko. Noch relativ neu ist die sogenannte Internetsucht, deren Krankheitsbild dadurch kennzeichnet, dass Menschen nicht mehr ohne das World-Wide-Web auskommen und auch abseits ihres Computers stark von der Abhängigkeit vom Internet geprägt werden. Sobald Menschen es nicht mehr schaffen, sich vom Internet zu trennen oder ganz darauf zu verzichten, wird es gefährlich, wodurch Parallelen zur Alkoholsucht nicht von der Hand zu weisen sind. Ein Alarmsignal ist es auch, wenn Betroffene sich aus der realen Welt zurückziehen oder ihren Alltag schleifen lassen.

Wie mehrere deutsche Forscher nun der Universitäten Bonn und Mannheim nun im Fachmagazin “Journal of Addiction Medicine“ berichten, sind einige Menschen womöglich anfälliger für Internetsucht als andere. Die entscheidende Rolle könnte dabei eine Genmutation spielen, die den Stoffwechsel wichtiger Signalstoffe im Gehirn verändert und dadurch das für eine Sucht typische Verhalten fördert. Wie der maßgeblich an den Forschungsarbeiten beteiligte Christian Montag von der Universität Bonn mitteilte, wurde bei Internetsüchtigen besagte Genmutation deutlich häufiger entdeckt als bei Menschen, die einen normalen Umgang mit dem Netz und seinen schier grenzenlosen Möglichkeiten pflegen.

Für die Studie wurden zunächst 843 Menschen in Fragebögen allgemein zu ihrem Verhalten im und ihren Umgang mit dem Internet befragt. Aus den Antworten filterten die Wissenschaftler insgesamt 132 Probanden heraus, deren Umgang mit dem Online-Medium zumindest als problematisch eingestuft wurde. Die Gedanken dieser Personen kreisen den eigenen Angaben zufolge auch im Alltag immer um im Internet stattfindende Dinge und sie fühlen sich unwohl, wenn sie mehrere Stunden auf das Netz verzichten mussten.

Beim Vergleich des Erbguts der 132 Internetsüchtigen mit den Genen von gesunden Kontrollpersonen zeigten sich besonders in der Genregion, in der bekanntermaßen das Suchtverhalten beispielsweise in Bezug auf Alkohol oder Nikotin gesteuert wird, deutlich häufiger Abweichungen. Weitere Untersuchungen sollen schon in naher Zukunft dazu beitragen, den Zusammenhang zwischen der entdeckten Mutation und dem Internetsuchtverhalten noch besser aufzuzeigen.

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