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Fotoklau im Internet

Fotoklau im Internet BY Geralt via Pixabay
(CC0 Public Domain
http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de)

Nicht nur im gewerblichen Bereich ist für ein Online-Inserat, beispielsweise bei eBay, die Darstellung der Produkte sehr zeitintensiv. Doch ein perfektes Foto des zu verkaufenden Produkts ist gleichzeitig ein gutes Verkaufsargument.

Wird ein professioneller Fotograf mit der Erstellung eines Verkaufsfotos beauftragt, ist auch der finanzielle Aufwand nicht gerade klein. Umso ärgerlicher wird es, wenn festgestellt wird, dass sich Dritte das für teures Geld gemachte Foto einfach klauen und für ihre Anzeige übernehmen.

Urheberrechtsverletzung wird mit Schadensersatz, zukünftige Unterlassung und Zahlung der Anwaltskosten geahndet

Diese Urheberrechtsverletzungen von professionellen Werbefotos im Internet sind ein weitverbreitetes Übel. Nicht nur ausschließlich für den Fotografen, sondern auch für Kunden und Agenturen, die Rechteinhaber sind. Überwiegend Online-Händler nutzen aufwendige Werbefotografien unerlaubt und veröffentlichen diese auf den Seiten ihres Webshops – zulasten der Bildagenturen und Fotografen, die dabei potenzielle Aufträge verlieren. Vielen Händlern ist dabei noch nicht einmal bewusst, dass sie damit eine Straftat begehen. Denn durch das illegale Downloaden von Musik aus dem Internet scheint sich die Meinung durchgesetzt zu haben, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Die Tatsache, dass die Anzahl der Abmahnungen stetig steigt, widerlegt dies allerdings.

Lässt nun ein Online-Händler auf seine Kosten Verkaufsfotos erstellen, werden diese zumeist bereits nach kurzer Zeit von den Mitbewerbern unrechtmäßig verwendet. Dass dies noch nicht einmal besonders schwer ist, verleitet natürlich auch noch. Denn im Internet lassen sich fast alle Inhalte durch einen Klick auf die rechte Maustaste mithilfe von „copy und paste“ ganz einfach kopieren und auf die eigene Website kopieren. Besonders Hersteller von Markenprodukten, die viel Geld in aufwendige Fotos investieren, sind hiervon betroffen. Doch nicht nur die Konkurrenz benutzt diese Bilder einfach gratis, oftmals werden sie sogar von Anbietern von Fälschungen übernommen und dadurch auch noch das Markenimage geschädigt.

Daher sollten die Bildrechtinhaber jede Urheberrechtsverletzung konsequent verfolgen. Diese Urheberrechtsverletzung kann gemäß §§ 105 ff UrhG sogar mit einer Haftstrafe geahndet werden. Auch der Gesetzgeber sieht den weitverbreiteten Bilderklau nicht als Kavaliersdelikt!

Die Rechtsfolgen für eine Uhrheberrechtsverletzung werden im Urhebergesetz (UrhG) geregelt. Fotos sind als Lichtbild im § 72 UrhG und als Lichtbildwerk im § 1 Nr. 5 UrhG geschützt. Der Unterschied zwischen Lichtbild und Lichtbildwerk liegt in der Schutzdauer, die entweder bei 50 oder 70 Jahren liegt. Dabei ist es unwichtig, ob ein Copyright-Vermerk angegeben wurde.

Die Rechte des Bildrechtinhabers

Wer ohne Genehmigung Fotos kopiert, macht sich nach § 106 ff UrhG strafbar. Ausschließlich in Fälle größeren Umfangs werden diese tatsächlich durch die Staatsanwaltschaft entsprechend verfolgt. In erster Linie werden die Rechtsansprüche von Bilderklau und Fotoklau im Internet durch den § 97 UrhG verfolgt.

Dieser lautet wie folgt:

(1) Wer das Urheberrecht oder ein anderes nach diesem Gesetz geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann von dem Verletzten auf Beseitigung der Beeinträchtigung, bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Der Anspruch auf Unterlassung besteht auch dann, wenn eine Zuwiderhandlung erstmalig droht.

(2) Wer die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig vornimmt, ist dem Verletzten zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Bei der Bemessung des Schadensersatzes kann auch der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden. Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte. Urheber, Verfasser wissenschaftlicher Ausgaben (§ 70), Lichtbildner (§ 72) und ausübende Künstler (§ 73) können auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine Entschädigung in Geld verlangen, wenn und soweit dies der Billigkeit entspricht.

Daher hat der Urheber also eine Vielzahl an Möglichkeiten, seine Ansprüche geltend zu machen. Als Erstes kann er verlangen, dass die Fotos aus dem Internet entfernt werden. Dies wird in der Regel durch eine Aufforderung auf Unterlassung erfolgen. Hier wird der Urheberrechtsverletzende dazu aufgefordert, eine strafbewehrte Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung abzugeben. Damit verpflichtet sich dieser, in Zukunft Urheberrechtsverstöße zu unterlassen. Hält er sich nicht daran, muss an den Urheber eine Vertragsstrafe gezahlt werden.

Die Abgabe einer Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung hat den Vorteil, dass der Kläger sich relativ sicher sein kann, dass der Verstoß nicht noch einmal unternommen wird. Und sollte trotz Abgabe der Erklärung erneut ein Verstoß erfolgen, können erhebliche Vertragsstrafen geltend gemacht werden.

Die Höhe der Schadensersatzansprüche kann auf unterschiedlichen Wegen errechnet werden. Üblicherweise richten sich diese nach einem Lizenzkatalog. Dies bedeutet, dass ein Verletzer des Urheberrechts das zahlen muss, was gewöhnlich an Lizenzgebühren angefallen wäre. Die Sätze des Katalogs sind fest vereinbart und werden auch in der Rechtsprechung anerkannt. Zumeist werden die Gebühren der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MFM) als Grundlage genommen. Diese berücksichtigen auch die Dauer der Verletzung und so können pro Foto bis zu mehrere Hundert Euro rechtssicher verlangt werden.

In der Praxis werden Urheberrechtsverletzungen über einen Rechtsanwalt geltend gemacht. Die entstehenden Kosten muss der Verletzer tragen. Dieser kann neben der Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung und der Abmahnung auch noch Schadensersatzansprüche stellen.

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