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Gehirndoping mit gefährlichen Nebenwirkungen

Zunehmend mehr Studenten und auch schon Schüler versuchen mit “Gehirndoping” ihre Leistungen zu verbessern. Dabei werden Arzneimittel eingenommen, die eigentlich der Behandlung bei bestimmten Krankheiten dienen und nun zweckentfremdet werden – teilweise mit schweren Nebenwirkungen.

Viele Studenten sehen das Studium als permanenten Stress an, der durch Leistungsdruck, Studiengebühren und Angst vor Arbeitslosigkeit noch gesteigert wird. Vor allem die Phasen unmittelbar vor Prüfungen sind für viele Studenten echte Krisensituationen, in denen das Lernpensum immer mehr und die Ruhezeit und das soziale Leben immer weniger Raum einnehmen. Gerade in solchen Phasen greifen immer mehr Studenten zu vermeintlichen “Wundermitteln”. Mit Ritalin, Modafinil oder Anti-Depressiva versuchen sie, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu steigern und die Stimmung zu heben. Diese Art Gehirnsdoping bezeichnen Experten als “Neuro-Enhancement”.

Ritalin wird eigentlich zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom und Hyperaktivität (ADHS) verschrieben. Bei den betroffenen Kindern wirkt das Medikament beruhigend, doch wenn gesunde Personen dieses Mittel einnehmen, soll es zu einer Verbesserung des räumlichen Lern- und Vorstellungsvermögens sowie einer gesteigerten Konzentrationsfähigkeit führen. Auch die Müdigkeit soll verringert werden. Die Gefahr: Durch die aus medizinischer Sicht unnötige Einnahme kann es zu Bluthochdruck, Depressionen oder sogar zu Herzrhythmusstörungen kommen. Das nehmen viele Studenten in Kauf. Verschiedenen Studien aus den USA zufolge greifen 10-25% aller Studenten regelmäßig zu diesen Mitteln.

Obwohl diese Medikamente in Deutschland verschreibungspflichtig sind, sind sie über das Internet ganz ohne Rezept erhältlich. Das ist wohl der Grund, warum das Problem auch in Deutschland zunehmend größer wird.

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