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Es klang wie ein stark verfrühter Aprilscherz: Der britische Luftfahrtingenieur Bernie Bramford will jüngst mit dem Online-Globus Google Earth das sagenumwobene Atlantis auf dem Meeresgrund aufgespürt haben. Nun distanziert sich Google von dieser “Entdeckung”.
Beim virtuellen Spaziergang über die Erde und den Meeresboden waren Bramford rechtwinklige Linienstrukturen auf dem Grund des Atlantiks aufgefallen (Koordinaten 31 15′ 15.53N 24 15′ 30.53W). Die Position passe zu den Beschreibungen des griechischen Philosophen Platon, der in der Antike über das mystische Inselreich geschrieben hat. Etwa um das Jahr 9 700 vor Christus soll die Insel im Meer versunken sein. Etwa 21 000 Quadratkilometer misst das von dem Briten kürzlich entdeckte Areal, was in etwa der Größe entspricht, die Atlantis gehabt haben soll.
Nun hat Google den Entdeckertraum des Briten jäh platzen lassen. Das Unternehmen hat darauf hingewiesen, dass die teils rechtwinklig zueinander angeordneten Linien zwar durchaus vom Menschen erzeugt worden sind, aber nicht durch historische Bautätigkeiten, sondern in der Neuzeit. Schiffe sollen an jener Stelle Sonartechnologie eingesetzt haben, um Daten über den Meeresboden zu erhalten. Dazu sind an Leinen Sonden herabgelassen und teils über den Boden gezogen worden. Somit zeigen die Linien die Routen der Schiffe an.
Rechtwinklige Strukturen haben schon einmal in der Geschichte zu einer falschen Interpretation geführt. Der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli hat im Jahr 1877 mit einem Teleskop auf dem Nachbarplaneten Mars Strukturen entdeckt, die durch das Gerät betrachtet einen rechtwinkligen Verlauf aufwiesen. Er bezeichnete sie als “Canali” und hielt sie selbst für natürliche Flussbetten. Aus “Canali” wurde in anderen Sprachen rasch “Kanäle” und es kam die Idee auf, es handele sich um von intelligenten Lebewesen künstlich erzeugte Wassergräben. cid/sm
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