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News vom 28. Juli 2010

Am Mittwoch wurden in Japan zwei zum Tode verurteile Mörder hingerichtet. Es handelte sich um die ersten Vollstreckungen unter der seit September letzten Jahres regierenden Demokratischen Partei Japans (DPJ). Die der DPJ angehörende Justizministerin Keiko Chiba nahm eigenen Angaben zufolge im Gegensatz zu ihren Vorgängern selbst an den Hinrichtungen teil.
Bei den Gehängten handelt es sich um den 59-jährigen Kazuo Shinozawa, der wegen sechsfachen Mordes an weiblichen Angestellten eines Juweliergeschäfts in der Provinz Tochigi im Jahr 2000 zum Tode verurteilt wurde sowie den erst 33-jährigen Hidenori Ogata, der für den Doppelmord an zwei Landsleuten im Jahr 2003 hingerichtet wurde. Den Exekutionsbescheid erhalten die Verurteilten erst am Morgen ihres Todestages und die Angehörigen erhalten die Nachricht erst nach der Vollstreckung. Derzeit befinden sich 107 Verurteilte in japanischen Todeszellen.
Japan gehört zu den wenigen Industrieländern, in denen es noch eine Todesstrafe gibt. Bislang beriefen sich die bisherigen konservativen Regierungen stets darauf, dass Umfragen zufolge 80 Prozent der japanischen Bevölkerung die Todesstrafe für brutale Mörder befürworte. Nationale und internationale Menschenrechtsorganisationen prangern seit Jahren den Umgang Japans mit der Todesstrafe sowie auch die berüchtigten Haftbedingungen scharf an.
Justizministerin Chiba, die früher einer Gruppe von Parlamentariern angehörte, die sich gegen die Todesstrafe aussprachen, setzt sich jedoch für eine bislang nicht vorhandene öffentliche Debatte zur Todesstrafe ein. Eigenen Angaben zufolge wies sie deshalb die Strafvollzugsanstalt in Tokio an, den Medien künftig den Zugang zur Todeskammer zu erlauben. Dies werde zu einer öffentlichen Debatte über die Todesstrafe beitragen, erklärte sie.
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