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Kölner Landgericht entlastet Stadt hinsichtlich des Stadtarchiv-Einsturzes

Kölner Landgericht entlastet Stadt hinsichtlich des Stadtarchiv-Einsturzes © dpp

Stadt habe auf Schäden demnach sehr wohl reagiert

Köln. Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchivs im März 2009 hat die Stadt Köln offensichtlich keineswegs gegen Sorgfaltspflichten verstoßen. An diesem Dienstag erklärte die zuständige Zivilkammer am Kölner Landgericht im ersten Prozess um das Unglück, dass die Stadt auf Schäden am Archivgebäude sehr wohl reagiert habe. So habe die Verwaltung unter anderem Fachleute mit der Untersuchung der Standfestigkeit des Gebäudes beauftragt, die noch drei Monate vor dem Unglück auch Entwarnung gegeben hätten. Es sei deshalb fragwürdig, was die Stadt zu dem Zeitpunkt mehr hätte tun können.

Mehrere Leihgeber hatten die Stadt verklagt, weil diese im Vorfeld des Archiv-Einsturzes grob fahrlässig gehandelt und ihre Pflichten verletzt haben soll. Sie fordern die Rückgabe ihrer Sammlungen und wollen deshalb gerichtlich klären lassen, weshalb die Stadt nicht mehr für die Sicherheit der Leihgaben getan hat.

Der Rechtsanwalt der Leihgeber erklärte diesbezüglich, dass die Archivleitung auf die Schäden am Gebäude nicht mit der nötigen Vorsicht reagiert hätte. Man habe damit gerechnet, dass große Teile des Archivbestands und jahrhundertealte Sammlungen beschädigt werden könnten, aber trotzdem gar nichts unternommen. Die Leihgeber der Sammlungen wüssten auch jetzt acht Monate nach dem Einsturz nicht, was aus ihren Sammlungen geworden ist. Die Stadt habe diesbezüglich grob geschlampt und solle die Leihgaben an die rechtmäßigen Besitzer schnellstmöglich wieder aushändigen.

Ein Vertreter der Stadt entgegnete, dass die Verwaltung durch die Beauftragung von Ingenieuren und anderen Fachleuten ihre Pflichten erfüllt habe. Auch die Fachleute hätten das Unglück nicht vorhergesehen.

Beide Seiten haben jetzt Gelegenheit, auf die Einschätzung des Gerichts zu reagieren. Das Urteil im Prozess soll dann am 12.Januar 2010 verkündet werden.

Bei dem Einsturz des Archivs sowie zweier benachbarter Wohnhäuser waren am 3. März zwei Menschen getötet und zahlreiche historische Dokumente verschüttet und beschädigt worden. Ein Wassereinbruch in die U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gilt dabei als wahrscheinlichste Unglücksursache. Die strafrechtlichen Ermittlungen dauern derweil immer noch an. (ij/ddp)

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