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News vom 09. Dezember 2009
© dppAus Bericht des Roten Kreuzes ersichtlich
Hamburg. Laut dem Magazin «Stern» könnte ein Bericht des Internationalen Roten Kreuzes zum Luftschlag im nordafghanischen Kundus Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in weitere Erklärungsnot bringen. Die Hilfsorganisation habe in Kundus das von der Bundeswehr angeordnete Bombardement auf die zwei Tanklaster untersucht. Nach Informationen der Zeitschrift kommt das Rote Kreuz in dem als «streng vertraulich» eingestuften Report dabei zu dem Schluss, der von Bundeswehroberst Georg Klein angeordnete Angriff habe keineswegs «im Einklang mit dem internationalen Völkerrecht» gestanden. Dafür habe es bei dem Bombardement viel zu viele zivile Tote gegeben. Im Anhang des Berichts seien zudem auch die Namen von 74 toten Zivilisten aufgelistet, darunter auch acht-, zehn- sowie zwölfjährige Kinder.
Diesen Report habe Guttenberg bereits schon am 6. November auf den Tisch bekommen, berichtet das Magazin in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Trotzdem habe der Minister nur ein paar Stunden später, auf seiner ersten Pressekonferenz als Verteidigungsminister, den Angriff als «militärisch angemessen» bezeichnet.
Das Rote Kreuz habe in seinem Bericht schon damals ausgeführt, es erachte es als «unwahrscheinlich», dass die von Taliban gekaperten Tanklaster zu fahrenden Bomben umfunktioniert und gegen die Bundeswehr eingesetzt werden sollten. Die Lkws hätten vielmehr zu dem Zeitpunkt als sie bombardiert wurden, entgegen der Fahrtrichtung zu dem deutschen Feldlager in einer Sandbank festgesteckt. Für das deutsche Feldlager bei Kundus habe demnach somit keine «unmittelbare Bedrohung» bestanden.
Vorige Woche erst hatte Guttenberg im Bundestag die Einschätzung zurückgenommen, dass der Angriff damals «angemessen» gewesen sei. Ein Ministeriumssprecher äußerte indes dem «Stern» gegenüber, die Lektüre des Roten-Kreuz-Berichts sei dabei «in die neue Gesamtbewertung des Ministers eingeflossen». (ij/ddp)
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