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Missbrauchsaufklärung: Forscher Christian Pfeiffer erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche

Missbrauchsaufklärung: Forscher Christian Pfeiffer erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Kirche © David Hecker/dapd

Nachdem die Deutsche Bischofskonferenz einen Vertrag mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen, das zuvor damit beauftragt worden war, die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche umfassend wissenschaftlich zu untersuchen und nach Möglichkeit restlos aufzuklären, gekündigt hat, erhebt der Direktor des Institutes, Christian Pfeiffer, schwere Vorwürfe.

Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ erklärte Pfeiffer wiederholt, dass die katholischen Kirche die Arbeit seines Instituts habe zensieren wollen: „Die katholische Kirche wollte offenbar ein Gutachten ganz nach ihrem Geschmack. Es hat den Versuch der Zensur unserer Arbeit gegeben.“ So haben offenbar Kirchenvertreter der Erzdiözese München und Freising versucht, auf „Arbeit und Texte“ der Wissenschaftler sowie auf die Auswahl der mit den Aufklärungsarbeiten betrauten Mitarbeiter Einfluss zu nehmen.

Während die Bischofskonferenz den Vorwurf der Zensur zurückwies, gibt es nach Ansicht von Pfeiffer überdies keine nachvollziehbare Begründung für die Kündigung des Vertrages: „Mich verwundert der Vorwurf des Vertrauensverlustes ebenso wie die Behauptung, wir hätten keine Einigung über den Datenschutz finden können.“

Unabhängig vom nicht mehr bestehenden Vertragsverhältnis kündigte der ehemalige SPD-Landesjustizminister von Niedersachsen an, mit seinem Institut die Arbeit weiter fortsetzen zu wollen, um Licht ins Dunkel der unzähligen Missbrauchsvorwürfe zu bringen, was nicht zuletzt für die Betroffenen wichtig sei: „Für die Opfer ist der Stopp der Studie sehr enttäuschend. Wir werden die Opfer bitten, mit uns weiter zusammen zu arbeiten.“

Damit untermauert Pfeiffer einmal mehr seinen Ruf, ebenso kompetent wie unbequem zu sein, wobei letzteres offenbar zu einem nicht mehr zu kittenden Riss im Verhältnis zu den Auftraggebern führte, wie die Bischofskonferenz in einem offiziellen Statement wissen ließ: „Es ist falsch und irreführend, uns den Vorwurf zu machen, wir würden die Freiheit der Wissenschaft nicht respektieren“. Vielmehr habe der Wechsel des Projektpartners „ausschließlich persönliche Gründe im Zerwürfnis mit dem Projektleiter.“

Konkret äußerte sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann in seiner Funktion als Kirchen-Missbrauchsbeauftragter zum zerrütteten Verhältnis zu Pfeiffer und machte dem Kriminologen schwere Vorwürfe: „Ständige und vor allem überflüssige Beschimpfungen und Polemiken von Professor Pfeiffer sind keine lösungsorientierte Verhandlungsstrategie.“

Unterdessen wird die Aufkündigung der Zusammenarbeit durch die Bischofskonferenz durchweg negativ gesehen. Während Grünen-Fraktionschefin Renate Künast in der „Neuen Osnabrücker Zeitung von einem „Schlag ins Gesicht der Opfer“ sprach, vermutet der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, in der „Saarbrücker Zeitung“, dass der Wunsch der katholischen Kirche nach einer umfassenden Aufklärung der Vergangenheit nicht sehr ausgeprägt ist: „Ich habe den Verdacht, dass starke Kräfte in der katholischen Kirche jetzt nach der Methode Vergessen-und-Vergeben arbeiten.“

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