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Mörder von Kardelen weiter auf der Flucht

Offenbar befindet sich der mutmaßliche Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn entgegen anderslautender Medienberichte nach wie vor auf der Flucht.

Die Polizei Paderborn und die Staatsanwaltschaft hat Medienberichte über eine angebliche Festnahme des gesuchten Ali K. in der Osttürkei am Wochenende nicht bestätigt. Am Freitag hatten der Nachrichtensender n-tv und N24 gemeldet, dass der dringend tatverdächtige 29-Jährige Ali K. in der Türkei gefasst wurde.

Bei der Polizei ist man aber nach wie vor davon überzeugt, dass Ali K. bald gefasst werden wird. Rund um die Uhr wird sein Bild in türkischen Medien gezeigt. Den Angaben nach soll er dann in der Türkei vor Gericht gestellt werden, dort droht dem 21-Jährigen dann eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Ali K. ist ein Nachbar von Kardelens Familie. Die Polizei kam über eine am Fundort der Leiche entdeckte Visitenkarte eines türkischen Juweliers auf seine Spur. Mittels DNA-Spuren stellten die Ermittler fest, dass Kardelen in der nur etwa 30 Meter von ihrem Elternhaus entfernten Wohnung des Tatverdächtigen getötet wurde. Das Kind wurde laut Staatsanwaltschaft missbraucht und erstickt.

Mittels Daten einer Fluggesellschaft fanden die Ermittler heraus, dass Ali K. und seine Ehefrau zwei Tage nach der Tat, am frühen Morgen des 14. Januar vom Flughafen Köln-Bonn aus nach Izmir flogen. Zeugen gaben an, dass Ali K. sich bis zum 30. Januar in der Region Izmir/ Aydin aufgehalten haben soll, es aber nicht bekannt sei wo der Mann sich derzeit aufhalte.

Am 12. Januar wurde Kardelen von ihren Eltern als vermisst gemeldet, nachdem sie vom Spielen bei einer Freundin nicht zurückkehrte. Kardelen hatte am Mittag die Wohnung ihrer Eltern in Paderborn verlassen, um mit einer Freundin zu spielen. Eine halbe Stunde nachdem sie die Wohnung verließ wurde sie zum letzten Mal gesehen.

Am rund 60 Kilometer entfernten Möhnesee entdeckten Passanten zwei Tage darauf die teilweise zerrissene Kleidung der achtjährigen. Die Polizei fand dann wenig später in einer Tannenschonung die unbekleidete Leiche am Ufer des Sees. Die Ermittler versuchen nun weiter zu klären, wie und mit welchem Fahrzeug Ali K. die Leiche von Paderborn zum Möhnesee brachte und befragt dazu Zeugen.

Ein Sprecher der Polizei bestätigte inzwischen die Meldung, dass die 26-jährige Ehefrau des Gesuchten früher nicht weit vom Möhnesee im Kreis Soest lebte. Auch eine Tante des Gesuchten soll in der Gegend wohnen, wo die Leiche des Kindes gefunden wurde.

Kurz nach Bekanntwerden der Fahndung haben sich laut Polizei die Schwiegereltern von Ali K. und die Eltern von Kardelen am Mittwoch zwei Mal getroffen. Für den Schwiegervater sei es ein dringendes Anliegen gewesen, sich bei den Eltern des Mädchens für die Tat seines Schwiegersohns zu entschuldigen, erklärten die Ermittler.

Unterdessen hat die Paderborner Polizei gestern einen Bericht einer Boulevardzeitung dementiert, in dem über eine mögliche Blutrache von Kardelens Familie an den mutmaßlichen Mörder spekuliert wurde. „Es gab keine Äußerungen in dieser Hinsicht seitens der Angehörigen”, so Polizeisprecher Ulrich Krawinkel. (mg/ddp)

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