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News vom 13. Oktober 2009

“Nacktscanner” wird am Flughafen Manchester eingeführt

“Nacktscanner” wird am Flughafen Manchester eingeführt Karneval: Das Thema "Nacktscanner" wurde im Februar vom Mainzer Carnevals-Vereins aufgegriffen. © Torsten Silz/ddp

In Manchester können sich Fluggäste ab sofort für eine Untersuchung durch den umstrittenen “Nacktscanner” entscheiden. Mit Hilfe von angeblich ungefählichen Strahlen wird ihr Körper nackt auf Bild festgehalten und kann so auf versteckte Waffen untersucht werden.

Manchester. Der Flughafen im britischen Manchester setzt ab heute testweise den sogenannten “Nacktscanner” für Sicherheitskontrollen ein. Er soll der Überprüfung von Passagieren dienen und das von vielen als unangenehm empfundene Abtasten ersetzen.

Ziel des Gerätes ist es mit Hilfe von Terahertz-Strahlung den Körper detailliert darzustellen. Dazu gehört das mögliche Tragen von Waffen ebenso wie das Abbilden von Geschlechtsorganen und Speckröllchen.

Geringerer Zeitaufwand durch den “Nacktscanner”

Zustande kommt das Schwarz-Weiß-Bild durch die vom „Nacktscanner“ ausgesandte elektromagnetische Strahlung, die durch die Kleidung hindurch zum Körper dringt. Dort werden die im Terahertz-Bereich befindlichen Strahlen reflektiert und erzeugen ein Schwarz-Weiß-Bild im entsprechenden Messgerät. Trägt der Gescannte Waffen oder Sprengstoff am Körper, werden die Strahlen nicht reflektiert und durch schwarze Flecke kenntlich.

Das Problem bei der Umsetzung ist jedoch die aktuelle Regelung, dass die Passagiere das „Nacktscannen“ ablehnen dürfen. Eine Flächendeckende Überprüfung kann demnach nicht erfolgen, so dass Terroristen nach wie vor Waffen an ihrem Körper verstecken können. Als Vorteil wird der geringere Zeitaufwand genannt, der durch die Überprüfung mittels “Nacktscanner” entsteht.

Große Akzeptanz des “Nacktscanners” in den USA

Erste Versuche mit dem “Nackscanner” hat es bereits in der Vergangenheit gegeben. Von 2004 bis 2008 wurde der „Nacktscanner“ auf dem britischen Flughafen Heathrow getestet. Und auch in den USA konnte sich die neue Methode bereits durchsetzen und wurde angeblich sogar von den meisten Passagieren akzeptiert.

Im Februar 2007 meldete die US-amerikanische Transportation Security Administration (TSA) laut nacktscanner.org, dass der Einsatz von „Nacktscannern“ bei Sicherheitskontrollen am Phoenix Sky Harbor Flughafen in Arizona erprobt wurde. In einer späteren Pressemeldung heißt es nach Angaben der Firma, dass sich rund 79 Prozent der betroffenen Fluggäste für den „Nackscanner“ und gegen ein Abtasten entschieden hätten.

Die Bilder seien nicht erotisch

In Deutschland gab es wegen derartiger Berichte im Oktober vergangenen Jahres jedoch heftige Kritik. Laut Spiegel.de warnten SPD, FDP, Grüne und die Linke im Bundestag vor einer durch den „Nacktscanner“ hervorgerufenen grundgesetzwidrigen Verletzung der Intimsphäre.

Dr. Max Stadler, FDP-Mitglied und heutiger Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, sagte vor etwa einem Jahr, dass die neue Technik alle Schamgrenzen überschreite und gegen die Menschenwürde verstoße. Ein Flughafensprecher von Manchester versicherte aktuell jedoch, dass die Aufnahmen in keiner Weise “erotisch oder pornografisch” seien und weder gespeichert noch gestohlen werden könnten. (gr/dts)

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