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Nazi-Parolen in Delmenhorster Gymnasium

Musikunterricht mit rechtsextremer Einlage: Ein Lehrer in Delmenhorst hat seine Klasse aufgefordert, ein Lied der Hitler-Jugend zu singen und dabei den Hitler-Gruß zu zeigen. Er selbst sang lautstark mit – Eltern stellten Strafanzeige. Jetzt sei der Lehrer angeblich krank.

Diese Zeilen sollten die Schüler einer zehnten Klasse am Willms-Gymnasium in Delmenhorst im Musikunterricht singen: „Wir marschieren für Hitler / Durch Nacht und durch Not / Mit der Fahne der Jugend / Für Freiheit und Brot“.

Es ist eine Passage aus dem Hitler-Jugend-Lied „Vorwärts, vorwärts“, auch bekannt unter „Unsre Fahne flattert uns voran“. Der Text stammt von Baldur von Schirach, Reichsjugendführer der Nazis. Ein Musiklehrer habe seine Schüler das Lied singen lassen, selbst lautstark mitgesungen und die Schüler außerdem dazu aufgefordert, den Hitler-Gruß zu zeigen, wie das „Delmenhorster Kreisblatt“ berichtet. Als eine Schülerin sich weigerte, habe der Lehrer sie aufgefordert mitzumachen. Ob er ihr gedroht hatte, ist nicht klar.

Die Landesschulbehörde und die Staatsanwaltschaft Oldenburg bestätigte den Vorfall. Zur Zeit des Vorfalls sei das Thema Rechtsextremismus im Unterricht behandelt worden. Später beschwerten sich einige Schüler bei der Schulleitung. Direktor Burkhard Leimbach hörte sich daraufhin beide Seiten an, er informierte die Behörde und leitete ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer ein.

Der Vorfall habe sich bereits Anfang Februar ereignet, so eine Sprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg. Der Musiklehrer sei offenbar „ziemlich unbedarft“ gewesen und habe zu seiner Verteidigung gesagt, er habe das Lied „zu Demonstrationszwecken“ singen lassen. Ein Verkehren in der rechten Szene sei von ihm „nicht bekannt“.Bestätigt wurde auch, dass Eltern Strafanzeige wegen Volksverhetzung stellten. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen allerdings inzwischen eingestellt. Das bloße Singen des Liedes sei keine Volksverhetzung, sagte Staatsanwalt Rainer du Mesnil de Rochemont dem „Delmenhorster Kreisblatt“.

Das Lied sei zwar in der „Öffentlichkeit“ verboten, dennoch sei der Unterricht „etwas Anderes“. Der Lehrer hat sich nun erst einmal krank gemeldet -nach seiner Rehabilitation könne er wieder in den Unterricht zurückkehren, so die zuständige Behörde. Ob er jedoch an die gleiche Schule wie zuvor zurückkehren wird, sei noch unklar.

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