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Schon im Mutterleib können Babys die Stimme ihrer Mutter hören, doch bis das Gehör, das nach den Augen das wichtigste Sinnesorgan und bedeutendes Hilfsmittel für die menschliche Kommunikation darstellt, tatsächlich fertig ausgebildet ist, werden die zuständigen Nerven sozusagen gestimmt. Wie Forscher der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore und des University College in London jetzt herausfanden, könnte dies der Zeitraum sein, in dem auch die Neigung zum Tinnitus bestimmt wird.
In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Tinnitus Liga etwa 8% der Bundesbürger von den lästigen Ohrgeräuschen betroffen, die langfristig betrachtet eine große psychische Belastung darstellen. Die Ohrgeräusche, die ohne messbar Signale auftreten, können in den unterschiedlichsten Formen vorkommen, sie reichen von dumpfem Brummen über ein stetiges Rauschen, ein helles Fiepen oder ein regelmäßiges Klopfen. Dabei sind diese Geräusche selbst keine Erkrankung, sondern vielmehr ein Symptom, das durch unterschiedliche Verursacher ausgelöst werden kann. Häufig sind Stress, hoher Blutdruck, Alterungsvorgänge oder Medikamente der Auslöser, doch auch andere Ursachen sind bekannt: Ein Hörsturz, ein lauter Knall oder Durchblutungsstörungen können die Ohrgeräusche auslösen.
Bei der Behandlung von Tinnitus wird vor allem Kortison eingesetzt, jedoch könnten die Erkenntnisse der britischen Forscher neue Therapieansätze ermöglichen, die gezielt auf die Stummschaltung der Nachbarzellen der eigentlichen Hörzellen ausgerichtet sind. Grundsätzlich ist eine Behandlung des Tinnitus nur in den ersten drei Monaten möglich, bei einem chronischen Tinnitus ist eine medikamentöse Behandlung wirkungslos. Den Betroffenen bleibt dann nur die Möglichkeit, die Ohrgeräusche zu unterdrücken, d.h. sie müssen ihre Aufmerksamkeit ablenken, was vor allem am Anfang sehr schwierig ist. Ein so genannter Noiser leistet hierbei wertvolle Unterstützung, denn er erzeugt ein Gegengeräusch, das vom Tinnitus ablenkt und so dabei hilft, dass dieser in den Hintergrund tritt. Eine zusätzliche Verhaltenstherapie ist ebenfalls von großem Vorteil, denn hier erlernen die Betroffenen eine neue Art der Sinnesnutzung, so dass sie auch mit Tinnitus ihren Hörsinn relativ normal gebrauchen können.
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