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News vom 09. September 2009

Neurodermitis-Vorbeugung schon während der Schwangerschaft

Neurodermitis-Vorbeugung schon während der Schwangerschaft © alt_f4/Pixelio

Jedes dritte Kind entwickelt hierzulande in den ersten sechs Lebensmonaten eine Allergie. Bei jedem dritten oder vierten entstehen daraus Folgeerkrankungen wie Neurodermitis, allergisches Asthma oder Nesselsucht (Urtikaria).

Leichte Neurodermitis kann unter Umständen von allein rasch wieder verschwinden. Doch bleibt eine solche Hauterkrankung bestehen, ist die Behandlung oft schwierig. Das Hauptaugenmerk der Eltern sollte deshalb auf der Vorbeugung liegen, denn durch das richtige Verhalten lässt sich das Auftreten von Allergien und Neurodermitis oft verhindern. Wie sie dies bewerkstelligen können, ist jedoch vielen Menschen nicht bewusst: “Am meisten fehlt eine Aufklärung, welche Faktoren die Entstehung einer Allergie begünstigen und welche sich beeinflussen lassen”, beklagt Dr. John Ionescu von der Spezialklinik Neukirchen im Bayerischen Wald.

Bereits während der Schwangerschaft können werdende Mütter durch die Wahl ihrer Nahrungsmittel steuern, mit welchen Stoffen ihre ungeborenen Kinder in Berührung kommen. Zu den starken Allergieauslösern (Allergenen), die während der Schwangerschaft gemieden werden sollten, gehören beispielsweise Nüsse, Soja oder Erdbeeren. Auf den Konsum von Alkohol und Nikotin ist ebenfalls zu verzichten. Darüber hinaus können laut Ionescu Behandlung von Infekten der Haut, und Schleimhäute, der Geburtswege und des Darms das Allergierisiko des Kindes senken. Denn durch geschädigte Haut und Schleimhaut können Allergene leichter in den Körper eindringen. Nach der Geburt spielt die Ernährung weiterhin eine wichtige Rolle.

Ein frühzeitiges Abstillen und Babynahrung mit Kuhmilch, Soja sowie Ei- und Hefeanteilen begünstigen das Entstehen einer Allergie. Trotzdem sollten Eltern nicht in Eigenregie experimentieren und im Verdachtsfall bestimmte Lebensmittel weglassen, warnt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Vermutlich helfe ein Verzicht nur dann, wenn ein Kind tatsächlich eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel habe, so die Experten. Anstatt dem Körper des Kindes wichtige Stoffe durch die unnötige Maßnahme vorzuenthalten, sollten Eltern sich von einem Arzt beraten lassen. Sicherheitshalber ist bei den Kleinen außerdem auf parfümierte Körperpflegeprodukte zu verzichten, denn diese können einen negativen Effekt auf die empfindliche Babyhaut haben.

Ist die Erkrankung trotz aller Vorsicht ausgebrochen und verschwindet sie nicht nach kurzer Zeit wieder, empfiehlt sich bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen eine ganzheitliche Behandlung durch erfahrene Ärzte oder in spezialisierten Kliniken. Dabei wird nicht nur versucht, die Symptome zu beseitigen, sondern nach den individuellen Auslösern für Neurodermitisschübe gesucht. Werden diese erkannt, lässt sich das Leid der Betroffenen oft deutlich lindern. mp/li

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