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Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler hat gezeigt, dass das weibliche Hormon Östrogen, das auch vom männlichen Körper produziert wird, eine bedeutsame Rolle bei aggressivem Prostatakrebs spielt.
Schon seit längerem ist bekannt, dass männliche Hormone wie Testosteron eine Rolle bei der Entwicklung von Prostatakrebs spielen. Bei der medikamentösen Behandlung wird deshalb die Produktion dieses Hormons unterdrückt. Nicht in allen Fällen kann diese Behandlung den Fortschritt der Krankheit aufhalten, was die Wissenschaftler des Weill Cornell Medical College in New York zu der Vermutung führte, dass es bei diesen aggressiven Tumorformen noch andere Einflussfaktoren geben muss. Studienautor Mark A. Rubin machte sich mit seinen Kollegen deshalb auf die Suche nach dem “genetischen oder molekularen Fingerabdruck” dieser Krebsuntergruppe.
Die Wissenschaftler untersuchten hierfür die teilweise noch aus den 70er Jahren stammenden Proben von 455 Prostatatumoren aus Schweden und den USA.
Diese waren zwar konserviert, aber nicht eingefroren, wie es heute üblich ist. Um die genetischen Informationen aus diesen Proben entschlüsseln zu können, untersuchten die Forscher die Proben mittels einer Mikroarray Analyse, bei der über 6000 Gene untersucht wurden. Unter ihnen fanden sich auch die Gene, die für die aggressiven Formen von Prostatakrebs bedeutsam sind. Außerdem zeigte die Analyse, dass bei östrogenabhängigen molekularen Prozesse die Krebserkrankung weniger aggressiv war. Dies galt für 50% aller untersuchten Fälle, berichtet Rubin.
Jedes Jahr erkranken 48.000 Männer an Prostatakrebs, der damit das am häufigsten auftretende Krebsleiden bei Männern ist. Etwa 12.000 Männer sterben jährlich an diesem Tumor, der in 50% der Fälle auf eine Genmutation zurückzuführen ist. Das Ergebnis der aktuellen Studie könnte eine weitere Behandlungsmöglichkeit für Prostatakrebs, nämlich die Hemmung der Östrogenproduktion, eröffnen.
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