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© Clemens Bilan/dapd“Ein unersetzlicher Verlust für die polnische Kultur” nannte Polens Außenminister Radosław Sikorski den Tod der international bekannten Polin Wislawa Szymborksa. Diese war am gestrigen Donnerstag im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit verstorben, wie ihr Sprecher jetzt mitteilte.
Geboren wurde sie 1923 in Bnin bei Posen im westlichen Teil Polens, lebte aber ab 1931 bis zu ihrem Tod in Krakau. Dort begann sie nach dem Krieg auch ein Studium der polnischen Literatur und Soziologie, was sie aber nicht abschloss. Der Gedichtband “Salz” wird heute zu ihren wichtigsten Werken gezählt und wurde 1962 veröffentlicht.
Alles in allem machte Szymborska etwa 350 Gedichte in insgesamt elf Bänden publik. Den Nobelpreis wurde ihr im Jahr 1996, für die meisten Literaturexperten eher überraschend, aus Stockholm für ihr Lebenswerk zugesprochen. Als “guten Geist” Polens bezeichnete Staatspräsident Bronislaw Komorowski die jetzt verstorbene Szymborska. Mit einfachen Worten, nüchtern und auch lankonisch, versuchte sie den Alltag in Polen begreifbar zu machen.
Ihren persönlichen Alltag wollte sie allerdings in Ruhe verbringen. Die Trägerin des Goethe-Preises galt als sehr öffentlichkeitsscheu und war mit dem Rummel, den die Nobelpreis-Auszeichnung mit sich brachte, gar nicht glücklich. Sehr selten gab sie Interviews und machte bei diesen klar, dass sie die internationale Aufmerksamkeit als eher unangenehm empfinde.
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