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News vom 10. Juni 2008
Der Verein German Privacy Foundation hat ein neues Angebot namens PrivacyBox vorgestellt, mit dem sich vor allem Journalisten und deren Informanten anonym verschlüsselte Nachrichten zuschicken können. Hierbei handelt es sich um einen E-Mail-Dienst, bei dem sich der User mit einem Pseudonym anmelden und verschlüsselte Nachrichten an andere angemeldete Nutzer schicken kann. Zumindest vorerst sollen dem Betreiber zufolge keine Daten gespeichert werden, mit deren Hilfe man die Identität des Users ermitteln kann. Ab dem 1. Januar 2009 unterliegt jedoch auch die German Privacy Foundation der Regelung zur Vorratsdatenspeicherung und muss die IP-Adressen der User speichern. Bis dahin will man ein Konzept entwickelt haben, mit dem die Daten, die laut Regelung gespeichert werden müssen, drastisch reduziert werden.
Genau das will der Verein allerdings angesichts der staatlichen Überwachung und Vorratsdatenspeicherung vermeiden und rät seinen Usern, mithilfe von Diensten wie TOR oder JAP tatsächlich völlig anonym die PrivacyBox zu nutzen. Mit diesem Dienst soll es Journalisten und ihren Informanten ermöglicht werden, geheime Auskünfte zu erteilen, die z.B. einen Skandal aufdecken, und so die Pressefreiheit zu wahren. Die technischen Hürden bei der Bedienung des Programms sind dank einer leichten Bedienung besonders niedrig gehalten. Die Box wurde mit Open-Source-Software programmiert und ist mit jedem Browser zu erreichen, der Service ist kostenlos. Journalist Burkhard Schröder erklärt, wie es funktioniert: Die Kommunikation verläuft über ein Web-Formular und wird dann verschlüsselt. Dateianhänge bis zu einer Größe von 600 KByte sind möglich. Selbst wenn die Festplatte systematisch durchsucht werden würde, seien die Mails sicher. Den entsprechenden Leitfaden für Ermittler, der von den ca. 70 Mitgliedern des Vereins entwickelt wurde, kann man über die Website abrufen.
Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix betonte, dass solche Mittel, die dem informationellen Selbstschutz dienen, bekannt gemacht und genutzt werden. Es müsse deutlich gemacht werden, dass Systeme wie die PrivacyBox legitime und rechtlich unbedenkliche Kommunikationsformen sind. Nur so könne die Vertraulichkeit der Kommunikation geschützt werden.
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