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Psychische Erkrankungen: Jedes Jahr 38 Prozent der EU-Bürger betroffen

Psychische Erkrankungen: Jedes Jahr 38 Prozent der EU-Bürger betroffen © Timur Emek/ddp

Mehr als jeder dritte EU-Bürger leidet mindestens einmal im Jahr an einer psychischen Erkrankung. Diese erschreckenden Zahlen förderte nun eine Studie unter Leitung von Hans-Ulrich Wittchen von der TU Dresden, die am Montag in Paris vorgestellt wurde, zu Tage.

Die Zahl der pro Jahr betroffenen Menschen innerhalb der EU sowie in den Ländern Schweiz, Norwegen und Island wird von den Wissenschaftlern in ihrer Studie, der größten bislang zum Thema psychische Erkrankungen, auf rund 164,8 Millionen geschätzt, wobei besonders häufig Angsterkrankungen, Depressionen und Schlaflosigkeit auftreten.

Allein 61,5 Millionen Europäer leiden demnach an Angststörungen. Am zweithäufigsten sind den Wissenschaftlern zufolge Depressionen, an denen jährlich rund 30,3 Millionen Menschen leiden. Besonders bei älteren Menschen sind Demenzerkrankungen weit verbreitet. Während bei den 60- bis 65-Jährigen nur ein Prozent an Demenz erkrankt ist, sind es in der Gruppe der über 85-Jährigen fast 30 Prozent.

Laut Wittchen, der an der TU Dresden als Psychologe tätig ist, liegt bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen europaweit einiges im Argen. So erfolge nach Auswertung aller Daten in höchstens zehn Prozent aller Fälle eine adäquate medizinische Behandlung. Gut behandelt wird nach Einschätzung Wittchens dagegen selbst in fortschrittlichen Ländern wie Deutschland allerhöchstens jeder zweite Patient.

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