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News vom 09. Dezember 2009
© dppDie deutschen Soldaten seien unabkömmlich. Bundeswehr-Truppen sollen aufgestockt werden
Berlin/Köln. Richard Holbrooke, US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, hat die deutsche Regierung dazu aufgefordert mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken. In einem Interview mit der “Berliner Zeitung” (Mittwochausgabe) sagte Holbrooke: Deutschland müsse selbst entscheiden, wie viele Soldaten es zusätzlich nach Afghanistan entsenden wolle. “Weitere deutsche Soldaten sind jedenfalls sehr willkommen”. Es wäre aber viel zu früh, die Bundeswehrsoldaten durch Zivilisten zu ersetzen.
Der US-Sondergesandte lobte das Engagement der Deutschen in Nordafghanistan. “Die Situation dort wird immer gefährlicher”, sagte er. Die Deutschen seien dort unentbehrlich. “Ich bin dankbar und glücklich, dass sie da sind”, sagte Holbrooke. Der Luftangriff auf zwei Tanklastzüge nahe Kundus im September, den ein deutscher Offizier befohlen hatte und der mehr als 140 Menschen das Leben kostete, habe jedoch sehr geschadet.
Hans-Peter Uhl (CSU), innenpolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, äußerte sich eher skeptisch zu einer Aufstockung der deutschen Afghanistan-Truppe. Einem Vorabbericht des “Kölner Stadt-Anzeigers” (Mittwochausgabe) zufolge schreibt Uhl in einem Positionspapier, nach acht Jahren Bundeswehreinsatz in Afghanistan sei es unangebracht, die Diskussion über mehr oder weniger Soldaten in den Vordergrund zu stellen. “Viel eher bedarf es einer Überprüfung unserer Ziele und einer effektiven Strategie zu deren Erreichung. Erst im dritten Schritt sollten wir über die hierfür notwendigen Mittel nachdenken”, zitierte das Blatt den CSU-Politiker.
Hans-Peter Uhl forderte, die Ausbildung der Polizei erheblich zu verstärken. Sollte sich dabei herauskristallisieren, dass die von Deutschland ausgebildeten Polizisten nur zum Werkzeug von korrupten regionalen Machthabern werden, müssten diese Strukturen “konsequent aufgebrochen” werden.
Zudem müsse Deutschland bereit sein, unrealistische Ansprüche nach unten zu korrigieren, mahnte der CSU-Politiker. Überambitionierte Ansätze wie die Einführung einer zentral organisierten Demokratie oder die Verhinderung des Mohnanbaus werden Uhls Einschätzung nur dazu führen, dass Deutschland sein militärisches Engagement für alle Zeit aufrechterhalten müsste.(tb/ddp)
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