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News vom 21. Januar 2008

RWE will Erdölbohrungen im Wattenmeer durchführen

Laut einem Bericht des ARD-Politikmagazins “Report Mainz” plant der Energiedienstleister RWE DEA AG, im Nationalpark Wattenmeer nach Erdöl zu bohren. Zunächst sollen im Nationalpark Schleswig-Holstein fünf und in Niedersachsen eine Erkundungsbohrung durchgeführt werden, für die eine Bohranlage gebaut werden soll, die rund 18 Monate im Einsatz sein soll.

Heftige Kritik an dem Vorhaben kam von der Umweltschutzorganisation WWF, die rechtliche Schritte ankündigte. Ein WWF-Sprecher erklärte, dass Ölbohrungen im Nationalpark gegen deutsches und europäisches Naturschutzrecht verstoße und zudem unmoralisch seien. Ein Sprecher der Umweltorganisation erklärte, dass durch Ölbohrungen Vögel und Seehunde gestört und ein erheblicher Schaden im Nationalpark entstehen würde. Laut einem Greenpeace-Sprecher werden auch hier Proteste “mit allen friedlichen Mitteln” geplant, der Naturraum Wattenmeerdürfe nicht aus wirtschaftlichen Interessen heraus gefährdet oder gar zerstört werden, hieß es.

Nach Angaben des TV-Reports glauben RWE sowie das Bundesumweltministerium und das schleswig-holsteinische Umweltministerium, eine Genehmigung für Probebohrungen zu erhalten, unter der Voraussetzung, dass das Erdöl später durch Schrägbohrungen außerhalb des Nationalparks gewonnen werden kann. Ob dies technisch möglich ist, bleibt derzeit noch unklar. RWE DEA bestätigte, dass der Antrag auf Erkundungsbohrungen zunächst zurückgezogen wurde, aber in der letzten Woche erneut gestellt wurde. Ein Konzernsprecher äußerte, dass man sich darüber bewusst sei, dass es sich bei dem Wattenmeer um ein einmaliges Biotop handele, deshalb würde man sehr sorgsam mit dem Vorhaben umgehen.

Vor kurzem erst hatten die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein beantragt, das Wattenmeer als Weltnaturerbe einzustufen. In der Begründung hieß es, das Wattenmeer zähle zu den “außergewöhnlichsten, schönsten und ehrfurchtgebietendsten Landschaften und Meerespanoramen weltweit”. Der Hamburger Senat sprach sich letzte Woche aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine solche Nominierung aus.

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