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Sachsen: Die Grünen fordern Reduktion von Tierversuchen

Insgesamt 56.000 Tierversuche sind im Jahr 2007 allein in Sachsen für wissenschaftliche Zwecke durchgeführt worden. Dies sei nach Angaben von Grünen Politikerin Elke Herrmann zu viel. Sie fordert eine Reduzierung.

Dresden. Sachsens Grüne kritisieren die aus ihrer Sicht viel zu hohe Anzahl an Tierversuchen. Über 56.000 Tiere seien allein im Jahr 2007 in Sachsen für Tierversuche benutzt worden, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Elke Herrmann. Dabei verwies sie auf eine entsprechende Antwort der zuständigen Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) auf eine von ihr gestellte Anfrage. Die Gesamtzahl der Versuche stieg nach Angaben von Herrmann dem zufolge im Vergleich zu 2006 um fast 19.000 zusätzliche Tierversuche an. 2005 habe es sogar 61.000 Versuche gegeben. Angaben für das Jahr 2008 liegennlaut Ministerium noch nicht vor.

Herrmann kritisierte dabei, dass sich die Staatsregierung nicht daran interessiert zeige, tierversuchsfreie Methoden zu fördern. Ferner monierte sie, dass seit 2004 kein einziger Antrag auf Tierversuche abgelehnt worden sei. Über 400 Fälle sind ihren Angaben nach genehmigt worden. Zurückzuführen sei dies laut Herrmann unter anderem darauf, dass sich die Tierschutzkommissionen zu zwei Dritteln aus Wissenschaftlern zusammensetzten. Deshalb sei es «wenig verwunderlich, dass von dort kein Einwand gegen die Tierversuche kommt». Die Kommissionen sollen die Behörden bei der Genehmigung von Tierversuchen beraten. In Sachsen sind die Gremien bei den Landesdirektionen Dresden und Leipzig angesiedelt.

Vor allem Mäuse (rund 37.500) und Ratten (knapp 10.000) würden laut Ministerium zu den eingesetzten Tieren im Jahr 2007 zählen. Aber auch Schweine (knapp 1.500), Meerschweinchen (rund 800), Schafe (109), Katzen (34), Pferde (13) und Hunde (2) würden für Tierversuche missbraucht werden. Sie müssten daher Leiden und Schmerzen ertragen, so Herrmann. Daher forderte die Grünen-Politikerin, dass sich Ministerin Clauß «offensiv» für eine Reduzierung der Tierversuche einsetze. Bislang sei die «Vermeidung von Tierversuchen offenbar nicht das Ziel der Staatsregierung». (gr/ddp)

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