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News vom 20. Juni 2009

Schiri gefeuert weil er schwul ist

tribüne - Daniel Hannes

Es war in der Vergangenheit schon oft ein Thema unter Profi-Fußballern. Gibt es schwule Profis? Was wäre wenn man es offen sagt? Ist es gut die Wahrheit zu sagen wenn man homosexuell ist?

Es drehte sich aber nicht um einen Fußball-Profi. Es ging um einen türkischen Schiedsrichter. Für den Schiri war es mit Sicherheit keine leichte Entscheidung: Ehrlich sein und sich nicht verstecken müssen. Oder ein Leben lang mit einer Lüge leben, und dafür seinen Traumberuf ausüben zu dürfen. Schiedsrichter Ibrahim Dincdag (33) entschied sich für sein „outing“. Direkt nachdem er dass machte war er seinen Job los, er wurde gefeuert. Dincdag sagte daraufhin: „Ich habe kein Verbrechen begangen. Ich habe nur erklärt, dass ich homosexuell bin.“

Der türkische Verband sagte zur Begründung, dass es andere Ursachen habe. Angeblich ist der Schiedsrichter nur nicht fit genug, und sei außerdem nur ein zweitklassiger Schiedsrichter ohne Talent. Der betroffene hat dadurch sofort seine Lizenz verloren, und kann seinen Job nicht mehr ausüben. Der Schiedsrichter möchte seine Beruf verständlicherweise auch weiterhin ausüben, und kämpft nun um seine Lizenz. Notfalls trete er auch vor den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Ob sich dieser Vorfall in einer anderen Liga wiederholen könnte, steht außer Frage. In anderen Top-Ligen wäre es wohl ähnlich. Und wenn es schon bei einem Schiedsrichter so ausgeht, wird ein Spieler um seine Karriere nicht zu gefährden, weiter lügen müssen wenn er homosexuell ist. Statistisch müsste eigentlich jeder 20. Bundesliga Profi homosexuell sein. (dtn/fr/pixelio/daniel hannes)

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