News vom 12. Juli 2008

Schwedischer Rechtsextremist Brinkmann kauft Villa in Berlin

3,3 Millionen Euro hat Patrik Brinkmann für eine Luxusvilla im Berliner-Nobelstadtteil Zehlendorf bezahlt. Der Verfassungsschutz befürchtet nunr, dass Brinkmann in der deutschen Hauptstadt eine neue Schaltzentrale seiner rechtsextremen Aktivitäten aufbauen will, denn Brinkmann, der intensive Kontakte zur NPD pflegt, gilt als eine Führungsfigur des internationalen Rechtsextremismus. Offiziell soll es sich um einen “rein privaten Kauf” handeln. Der 41-jährige Geschäftsmann aus Jönköping soll die Immobilie bereits im April 2007 als Bevollmächtigter seiner Ehefrau Svetlana erworben haben.

Brinkmann war in den 80er Jahren als Bauunternehmer tätig und gründete die Bergbaugesellschaft “Wiking Mineral”. Gleichzeitig versuchte er auch in die Immobilien-Branche einzusteigen, doch in den 90er Jahren gingen einige seiner Firmen bankrott. In Schweden wurde Brinkmann 2006 wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch ein Jahr später in der Berufung wieder aufgehoben. Nach außen hin übernahmen damals Ehefrau Svetlana und die gemeinsamen Kinder die Geschäfte.

2004 gründete der Schwede die rechtsextreme Organisation “Kontinent Europa Stiftung”, in der sich Neonazis aus ganz Europa versammeln. Bislang firmiert die Stiftung nur unter einer Postfachadresse im schwedischen Jönköping. Nach eigener Aussage ist das Ziel der Stiftung der Aufbau einer “großeuropäischen Zivilisation” einschließlich Russlands. Auf der Website der Organisation, die in acht Sprachen abgerufen werden kann, spricht sich Brinkmann explizit gegen Zuwanderung und Integration (“physischer Tod”) und auch gegen den Einfluss der USA auf Europa (“politischer Tod”) aus. 2007 hielt sie ihr Führungstreffen in Berlin ab. Laut Medienberichten sollen auch zwei Funktionäre der NPD, darunter Bundesvorstandsmitglied Andreas Molau, in den Spitzenpositionen der Organisation sitzen.

Im Berliner Stadtbezirk Steglitz-Zehlendorf leben rund 289.000 Einwohner, nirgendwo sonst in der Hauptstadt wohnen so viele Gut- und Besserverdienende wie hier. Die “Berliner Morgenpost” beziffert das Haushaltsnettoeinkommen in dieser Wohngegend mit durchschnittlich 1800 Euro monatlich – das sind über 300 Euro mehr als der Berliner Durchschnitt. Der Quadratmeter Land kostet hier über 580 Euro.

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