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Senseo-Hersteller Master Blenders von Reimann übernommen

Senseo-Hersteller Master Blenders von Reimann übernommen Senseo-Hersteller Master Blenders von Reimann übernommen © Hermann J. Knippertz/dapd

Die Unternehmerfamilie Reimann hat sich für die Übernahme von Master Blenders entschieden. Mit dem Senseo-Hersteller wird sie ein neues Kaffee-Imperium aufbauen.

Auch weiterhin lässt sich die Unternehmerfamilie Reimann von dem eigenen Expansionskurs nicht abbringen. Wie bekannt wurde, übernimmt die Familie Master Blenders. Mit dem niederländischen Senseo-Hersteller will sie ein neues Kaffee-Imperium schaffen. Damit setzt die deutsche Milliardärsfamilie künftig auf niederländischen Kaffee.

Für die Übernahme von Master Blenders zahlt Reimann rund 7,5 Milliarden Euro. Dabei ist die Familien-Holding Joh. A. Benckiser bereits im Kaffee- undTeegeschäft aktiv. In diesem soll es künftig zu weiteren Übernahmen kommen. Das Unternehmen gab am Freitag in Amsterdam bekannt, dass den Aktionären von Master Blenders je Aktie 12,50 Euro geboten wurden. Die Investorengruppe zahlt mit der Höhe des Angebotspreises je Aktie einen Aufschlag in Höhe von insgesamt 36 Prozent, der auf den Aktienkurs der letzten drei Monate berechnet wurde. Das Übernahmeangebot wurde von Master Blenders uneingeschränkt unterstützt. Den Aktionären des Unternehmens wurde die Annahme des Angebots einhellig empfohlen.

Bart Becht, Chef von JAB, betonte, dass Master Blenders künftig von JAB und den Partnern des Unternehmens als Plattform genutzt werden soll. Dabei soll das niederländische Kaffeeunternehmen sowohl für organisches Wachstum als auch für Übernahmen zur Hand genommen werden. Das Übernahmeangebot wurde von Reimann so gestaltet, dass es Master Blenders auch danach möglich ist, als eigenständiges Unternehmen agieren zu können.

Demnach werde die Unternehmenszentrale auch weiterhin in Amsterdam angesiedelt sein. Gleiches gilt für die Produktionsstätten, die ebenfalls in den Niederlanden verbleiben werden. Schon seit Längerem gab es Gerüchte, die auf eine bevorstehende Übernahme hinwiesen. Master Blenders räumte schließlich erst Ende März ein, dass Gespräche geführt werden. Neben Master Blenders gehören dem Unternehmen auch der Tee-Anbieter Pickwick und die Marke Douwe Egberts. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch von einem eventuellen Preis von 12,75 Euro je Aktie die Rede.

Erst vor kurzer Zeit sind die Reimanns schließlich auf den Kaffee-Geschmack gekommen. Die JAB-Dachgesellschaft erwarb 2012 die Kaffeehausketten Peet’s Coffee und Caribou Coffee. Im letzten Jahr wurde D.E. Master Blenders schließlich vom einstigen Mutterkonzern Sara Lee an die Börse gebracht. Bereits gut 15 Prozent der Aktien wurden zuletzt von JAB kontrolliert. Wie bekannt wurde, sollen insgesamt drei Milliarden Euro der Kaufsumme über Schulden finanziert werden.

Im Jahr 2012 erzielte Master Blenders einen Umsatz in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 7500 Mitarbeiter. Kaffeekapseln werden heute als Wachstumssegment angesehen. Doch auf dem Markt herrscht ein gigantischer Wettbewerb. Das Nespresso-System des Schweizer Nestlé-Konzerns hat sich in Europa zum Marktführer entwickelt. In Kooperation mit dem Elektrogeräte-Hersteller Philips wurde Senseo schließlich als günstige Alternative entwickelt. Als neuer Wachstumsbringer wird von den Lebensmittelkonzernen Tee angesehen. Er soll als neues Trendgetränk etabliert werden.

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