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Für Rentner und “Hartz IV-”Empfänger wird zuviel Geld ausgegeben
Nach Ansicht des neuen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin müssen sich die Deutschen auf sinkende Renten einstellen. «Langfristig müssen die Renten natürlich real fallen», erklärte der ehemalige Berliner Finanzsenator dem Hamburger Magazin «Stern» gegenüber, wie dieses in einem Vorabbericht meldet. Momentan komme auf einen Arbeitnehmer statistisch gesehen ein halber Rentner, in 25 bis 35 Jahren liege das Verhältnis jedoch bei eins zu eins. «Wir können die Erwerbstätigen aber nicht ohne Ende belasten», betonte Sarrazin. Darum sei es unumgänglich, dass die Renten «langfristig auf das Niveau einer Grundsicherung sinken». Die Rentenerhöhung im Juli bezeichnete er als «völlig unsinnige Maßnahme». Die Altersbezüge würden dadurch «übermäßig» erhöht.
Sarrazin war bis Ende April Finanzsenator. Er sprach davon, dass die Menschen verstärkt selbst für das Alter vorsorgen sollten. Dabei solle der Bürger in erster Linie auf sichere Anlagen wie Bundesanleihen setzen und sich nicht von den Versprechungen der Geldinstitute blenden lassen. «Man muss den Leuten sagen: Glaube keinem Bankberater.»
Der neue Bundesbankvorstand warnte desweiteren davor, die sozialen Probleme mit mehr Geld lösen zu wollen. Die Politiker müssten vielmehr dafür sorgen, das Verhalten der Menschen zu ändern. «Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden», entgegnete Sarrazin. Derzeit würden manche Frauen zwei, drei oder mehr Kinder in die Welt setzen, obwohl sie «nicht das Umfeld» oder «die persönlichen Eigenschaften» hätten, «um die Erziehung zu bewältigen». Darum müsse das Sozialsystem so geändert werden, «dass man nicht durch Kinder seinen Lebensstandard verbessern kann, was heute der Fall ist».
Zudem bemängelte er den Umgang vieler «Hartz-IV»-Empfänger mit Energie. Da Städte und Gemeinden die Heizkosten übernehmen würden, gingen die Bedürftigen oft verschwenderisch mit Energie um. «´Hartz-IV´-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster», unterstrich Sarrazin. (dtn/ij/ddp)
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