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Streit wegen der Genkartoffelsorte Amflora

Backhaus wirft Aigner unverantwortliche Gentechnik-Politik vor

Der Landwirtschaftsminister Herr Till Backhaus (SPD) stößt nun mit seiner Forderung bezüglich einer Rücknahme von der Genehmigung des Freisetzungsversuchs mit der Genkartoffelsorte Amflora bei CDU und FDP auf scharfe Kritik. Die CDU-Agrarexpertin Frau Beate Schlupp betitelt Herrn Backhaus´ Haltung am Mittwoch als nicht verständlich. Die FDP-Fraktionsvize Frau Sigrun Reese warf dem Ressortchef hier vor, einen Disput mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium zulasten der Agrarwirtschaft in dem Nordosten zu führen.

Herr Backhaus hatte am gleichen Tag der Bundeslandwirtschaftsministerin Frau Ilse Aigner (CSU) aufgefordert, die Amflora-Versuchsgenehmigung für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zurückzunehmen. Sein Ministerium habe schon in dem Dezember des Jahres 2008 darauf hingewiesen, man möge bei einer Fläche von 20 Hektar nicht mehr von einem Versuch sprechen können, erklärte er.

Bezüglich der geplanten Größenordnung würde es sich genauer gesagt um einen Anbau handeln. Dieser ist jedoch für die Amflora-Kartoffel in Europa aber nicht genehmigt. Dieser Entschluss der Bundesministerin ist aus diesem Grund unverantwortlich und nicht vertretbar, kritisierte Herr Backhaus.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hatte seinen Informationen nach in seiner Stellungnahme offeriert, die Freisetzungsfläche auf einen im experimentellen Umgang mit den Pflanzen herkömmlichen Umfang von 100 bis 1000 Quadratmeter pro Standort und Jahr zu begrenzen. Dies wäre eine Größe, die man angemessen sichern und überwachen könnte.

Frau Schlupp begrüßte in dem Namen der CDU-Fraktion Frau Aigners Entscheidung. Um weiter gesicherte wissenschaftliche Daten zu gewinnen, ist eine angemessene Größe der Freilandversuche gleichzeitig notwendig, unterstrich die Abgeordnete.

Für die FDP hielt Frau Reese dem Landwirtschaftsminister noch vor, mit seiner Meinung das Vertrauen der Landwirte in eine verlässliche Politik zu konterkarieren. Die Bauern benötigen die Sicherheit über die Gültigkeit einen getroffener Entschlusses, betonte dann die agrarpolitische Sprecherin der Oppositionsfraktion.

Den Beistand bekam Herr Backhaus von der SPD. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frau Ute Schildt wies darauf hin, Mecklenburg-Vorpommern nicht als Testfeld zu missbrauchen. Einen umfangreichen Anbau von Amflora-Kartoffeln darf es nicht geben.

Herr Backhaus verwies darauf, dass er zugegeben für die Forschung in dem Bereich der grünen Gentechnik ist. Der Schutz von dem Mensch und dessen Umwelt muss hierbei erster Stelle stehen, fügte er noch hinzu. Bei einer derart großen Versuchsfläche ist so etwas mit Sicherheit nicht hundertprozentig zu gewährleisten.

Frau Aigner hatte zu Beginn der Woche den Anbau der Kartoffelsorte für die Forschungszwecke zugelassen. Der Eigentümer des Gutes Bütow im Landkreis Müritz, Herr Karl-Heinrich Niehoff, kündigte anschließend an, am kommenden Montag auf etwa 20 Hektar die da gentechnisch veränderten Kartoffeln ausbringen zu wollen. (ddp/shu)

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