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Studie: Zwei Drittel der Jugendlichen sahen bereits Porno-Bilder

Der Untersuchung zufolge sahen sich bei den 11- bis 13-Jährigen 42 Prozent schon einmal pornografische Produkte an, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar 79 Prozent. Dennoch kann laut Marthe Kniep, Leiterin des «Dr.-Sommer-Teams», «von einer ‚Generation Porno‘ keine Rede sein.»

In Deutschland haben bereits zwei Drittel der Jugendlichen Erfahrungen mit pornografischen Bildern oder Filmen gemacht. So lautet das Ergebnis der «Dr.-Sommer-Studie 2009» der Jugendzeitschrift «Bravo», die am Dienstag in München präsentiert wurde. Marthe Kniep, Leiterin des «Dr.-Sommer-Teams», sagte, das Thema Pornografiekonsum sei bei Jungen und Mädchen zuletzt stark diskutiert worden, «wir wollten wissen, wie sieht es wirklich aus».

Der Untersuchung zufolge sahen sich bei den 11- bis 13-Jährigen 42 Prozent schon einmal pornografische Produkte an, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es sogar 79 Prozent. Die Bilder gehen auch in der Schule um. Kniep betonte, dass jedoch lediglich ein sehr geringer Teil der Heranwachsenden derartige Inhalte regelmäßig nutze. Weiter sagte sie: «Aus unserer Sicht kann deshalb von einer ´Generation Porno´ keine Rede sein.» Das Ergebnis sehe sie dennoch durchaus kritisch: Was die Bilder bei den Jungen und Mädchen für Gefühle auslösten, die sie in einer «Phase der Neugierde» anschauten, sich dann aber niemandem anvertrauten, sei nämlich unklar.

Bei den Heranwachsenden wurde erneut eine große Sehnsucht nach Liebe und Romantik nachgewiesen

Nach 2006 ist es das zweite Mal, dass die «Bravo» eine große Jugend-Studie zu den Themen Liebe, Körperempfinden und Sexualität in Auftrag gegeben hat. Die Untersuchung belegte erneut eine große Sehnsucht nach Romantik und Liebe bei den Heranwachsenden. Dabei verlieben sich die Mädchen und Jungen heutzutage früher als noch vor drei Jahren. Diesmal gab beispielsweise die Mehrheit der 13- bis 15-Jährigen an, schon einen festen Freund oder eine Freundin gehabt zu haben, dies galt 2006 noch am häufigsten für die 14- bis 16-Jährigen. Als möglichen Grund führte Kniep die aktuell wirtschaftlich unsichere Lage an, von der viele Familien betroffen seien. Die Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen nehme in solchen Zeiten zu.

Das Meinungsforschungsinstitut iconkids & youth hatte im Auftrag der «Bravo» 1.228 Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren befragt. Im Januar und Februar 2009 wurden dazu mündliche und – bei intimen Themen – schriftliche Interviews gemacht. (ddp/dtn/ba)

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