News vom

Tachomanipulation: Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf

Tachomanipulation: Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf © Thorben Wengert / pixelio.de

Nach einer TÜV-Studie gehen private Käufer und Verkäufer davon aus, dass bei knapp einem Drittel aller Gebrauchtwagen vor dem Verkauf der Tacho manipuliert und der Kilometerstand zurückgedreht wurde.

In einer aktuellen Studie des TÜV Rheinland gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sie Tachomanipulation für ein ernsthaftes Problem halten. Dei Befragten gehen davon aus, dass bei rund einem Drittel der Gebrauchtfahrzeuge der Tacho manipuliert und zurückgedreht wurde. Durch diese Maßnahmen kann der Verkaufspreis eines Gebrauchtwagens zum Teil deutlich in die Höhe getrieben werden. Befragt wurden in der Studie private Käufer und Verkäufer von Gebrauchtfahrzeugen. Wie man sich vor dem Betrug schützen kann bzw. worauf man achten sollte zeigt Autoscout24 neben anderen wichtigen Punkten sehr gut in seinem Fahrzeugcheck. Orientiert man sich an der dort zum Download angebotenen Checkliste zum Gebrauchtwagenkauf, kann nicht mehr viel schiefgehen.

ADAC: Sechs Milliarden Euro Schaden jährlich

Glaubt man den Schätzungen des ADAC, verursacht Tachobetrug jährlich etwa sechs Miliarden Euro Schaden. Allerdings nicht nur durch den zu hohen Kaufpreis, sondern auch die höheren Reparaturkosten die dadurch anfallen können. Händler und Hersteller halten diese Zahl für zu hoch gegriffen, genaue Zahlen liegen allerdings nicht vor. In vielen Fällen kann der Betrug auch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Tachomanipulation leicht gemacht

Wurden Tachos früher noch aufwändig über die Tachowelle, beispielsweise mithilfe einer rückwärts laufenden Bohrmaschine über Tage zurückgedreht, lassen sich Digitaltachos heute dagegen sehr einfach manipulieren. Geräte um Tachos innerhalb weniger Sekunden zu manipulieren, gibt es für jedermann im Internet zu kaufen. Auf Kleinanzeigen Portalen werden für wenige Euro Dienste wie „Tachojustierung“ oder „Tachoeinstellung“ angeboten, häufig mit bundesweitem Service.

Der ADAC fordert eine technische Lösung mittels Einbau von Chips direkt durch den Hersteller, um den Tachobetrug einzudämmen bzw. massiv zu erschweren. Auch die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagt: „Die Hersteller könnten das schon seit Jahren tun, es wäre für sie im Grunde ein Klacks“.

Die Industrie allerdings wettert dagegen und ist der Ansicht, dass Technik alleine die Manipulationen nicht verhindern kann und die Hersteller kontinuierlich daran arbeiten die Tachomanipulation zu erschweren.

Mittlerweile gibt es mehrere Datenbanken in der Unternehmen Tachostände, die beispielsweise bei der Hauptuntersuchung oder beim Werkstattbesuch festgestellt werden, erfassen. Allerdings geht dies aus datenschutzrechtlichen Gründen nur auf freiwilliger Basis.

Anzeige:




Ähnliche Nachrichten: