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Ursache für chronische Atemnot bei Rauchern entdeckt

Rostocker Lungenspezialisten haben scheinbar die Ursache für die chronische Atemnot (COPD) bei Aktiv- und Passivrauchern gefunden. Bei etwa jedem vierten Raucher arbeiteten die Alarmzellen in der Lunge nicht mehr richtig, die eine Abwehrreaktion vom Körper auf die im Rauch enthaltenen Giftstoffe auslösen, so Johann Christian Virchow, Pneumologie-Professor von der Uniklinik für Innere Medizin, am Mittwoch in Rostock. Das führe ähnlich wie bei einer Allergie zu einer Überreaktion und Verengung der Atemwege.

Diese Krankheit führe ohne Behandlung zum Tod. «Auch wenn der Patient mit dem Rauchen aufhört, bleibt die Verengung bestehen. Wir können mit Medikamenten bislang nur die Symptome lindern», so Virchow.

Nach seinen Angaben sterben pro Jahr in Deutschland rund 140 000 Menschen an Folgen des Rauchens, 4000 weitere an Folgen des Passivrauchens. Die chronische Atemnot trifft vor allem Raucher ab dem 50. Lebensjahr. Die kleinen Atemzellen verengten sich und Lungenbläschen füllten sich mit Luft, die dann nicht mehr entweichen könne. «Der Patient leidet unter Erstickungsangst. Er muss seine ganze Kraft aufwenden, um Luft zu holen. Trifft dann ein Infekt auf den geschwächten Körper, hat er keine Reserven mehr und stirbt», erklärt Virchow.

Zusammen mit dem Mediziner Marek Lommatzsch hat Virchow die Alarmzellen aus betroffenen Lungen gespült und als weltweit einzige Forschergruppe analysiert. Man müsse es schaffen, diese Zellen so zu beeinflussen, dass sie wieder als normale Immunabwehr arbeiten, sagte Lommatzsch. Dann könnten man sie auch zur Bekämpfung anderer Lungenkrankheiten gezielt steuern, beispielsweise bei Lungenkrebs. (ddp/fm)

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